Bei der Ermittlung der richtigen Ernährung
geht es nicht darum,
ob wir Fleisch essen oder vegetarisch leben sollen, sondern um
die Zufuhr an Nährstoffen.
Zugehörig zu den Allesfressern (Omnivoren) sind wir in der Lage,
sowohl Fleisch als auch pflanzliche Nahrung zu verwerten.
Entscheidend aber ist, dass wir alle Nährstoffe in
der für uns notwendigen Menge und Zusammensetzung zu uns nehmen.
Auch die Entdeckung der Milch als Nahrungsmittel für den
erwachsenen Menschen ist eine Kulturleistung, durch die vor allem die
Eiweiß- und Kalziumversorgung gesichert werden konnte. Offenbar konnten
Menschen in bestimmten Regionen der Erde erst durch den Verzehr von
Milch eine sonst schlechte Eiweißversorgung überleben. Eine genetische
Veränderung wurde dadurch selektiert.
Das kleinere Übel
Welche negativen Auswirkungen jedoch ein zu hoher Anteil an
tierischer Nahrungsmittel, wie Fleisch und Wurst hat, zeigen
wissenschaftliche Studien über Vegetarier. Sie haben eine
durchschnittlich höhere Lebenserwartung und leiden seltener an
chronischen Krankheiten, als ihre fleischfressenden Mitmenschen.
So erkranken Vegetarier unter anderem seltener an Gicht,
Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Karies. Auch Verstopfung,
Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Kolonkarzinome treten bei Vegetariern
seltener auf.
Vitamine, Vitamine
Denn frisches Obst, Gemüse und Vollkornprodukte, die Vegetarier
vermehrt zu sich nehmen, enthalten viele Vitamine sowie Ballast- und
Mineralstoffe, die der Körper braucht. Doch ist es wohl nicht allein die
fleischlose Ernährung, die Vegetarier gesund hält. Neben ihrer
Ernährung, achten sie auch sonst - mehr als der Durchschnittsmensch -
auf eine gesunde Lebensweise: Viele trinken wenig oder gar keinen
Alkohol, rauchen nicht und treiben regelmäßig Sport.
Risiko Mangelernährung
Der totale verzicht auf Fleisch und Fisch birgt aber auch Probleme.
Stellt ein Vegetarier seinen Speisezettel nicht sehr sorgfältig
zusammen, riskiert er, sich mangelhaft zu ernähren.
Am schwierigsten haben es die Veganer: Sie essen prinzipiell
keinerlei tierische Produkte und müssen ihren Eiweißbedarf durch
pflanzliche Nährstoffe decken.
Noch ist umstritten, ob diese Extremform des Vegetarismus selbst bei
ausgeklügelten Diätplan als Dauerernährung taugt. Keinesfalls jedoch
sollten Kinder streng vegetarisch ohne Eier und Milchprodukte
ernährt werden, warnen Ernährungsexperten. Gleiches gilt für Frauen in
der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Für alle anderen heißt es
grundsätzlich: je kleiner die Lebensmittelpalette, desto größer die
erforderliche Sorgfalt beim Zusammenstellen des Speiseplanes.
Wer sich bewusst ernährt und seinen Fleisch-, Wurst- und
Käsekonsum (tierisches Fett) zumindest stark einschränkt, lebt
gesünder - und wahrscheinlich auch länger.
