Umami - der neue Geschmack
Sinn Nr. 5 auf der Zunge?

Ganz einfach nur Salz und Oregano?
Weit gefehlt...
Pizza unter Verdacht: Das kleine Teigstück
könnte einen geheimnisvollen, um nicht zu sagen, einen zusätzlichen
Geschmack zu erzeugen. Wissenschaftler beobachten seit Jahren, dass
immer häufiger zu Produkten gegriffen wird, die in eine neue
Geschmackskategorie fallen - bisher ging man davon aus, dass die
menschliche Zunge nur süß, sauer, bitter und salzig zu unterscheiden
vermag. Nach dem japanischen Wort für "Wohlgeschmack" schmeckt die Pizza
unter Umständen "umami".
Der
Lebensmitteltechnologie Prof. Emmerich Berghofer erklärt: "Das
Erfolgsrezept der Pizza ist, dass Tomaten und Käse sehr viele
Umami-Substanzen enthalten." Der chemische Aufbau des heimlichen
Verführers ist mittlerweile entschlüsselt. Firmen jagen dem Stoff
hinterher, denn schließlich soll ja den Konsumenten das Wasser im Munde
zusammenlaufen. Immer beliebter werden dabei auch Mischgewürze.
Unangefochten an der Spitze: das Brathuhn-Gewürz, dessen Verkäufe jedes
Jahr deutlich ansteigen. Die Maschinen von Österreichs größter
Gewürz-Fabrik füllen längst das in Säckchen, was die Geschmacksnerven
nachweislich betört.
Etwas
skeptischer sieht das Küchenchef Herbert Buchinger: "Ich glaube, dass es
abhängig macht und man nach diesem Geschmack zu suchen beginnt. Karotte
soll lieber nach Karotte schmecken." Die asiatische Küche kennt das
Phänomen indes schon lange. Dort gilt: Wenn etwas gut schmeckt und man
nicht weiß, warum, dann heißt das eben "umami".
