Der Geschmack des neuen
Jahrtausend
...ist wechselhaft, aber nicht
immer gesund
Wer
in Zukunft naschen will, hat die süße Qual der Wahl: Bio oder Chemie,
Zucker oder nicht, Vitamin- oder Rotweinbonbons, Schoko-light oder
Schoko-ladig, Bonbon lutschen oder sprühen, Euro-Lolly oder
Schwarzgeld-Lakritz.
"Wer immer solche künstlichen Aromen isst, der
hat sicher den Geschmackssinn abgestumpft für die feinen und zarten
natürlichen Aromen." Süßes für die Gesundheit - der Slogan ist so alt
wie die Werbung selbst. Lakritz sei gut für den Magen, Lakritz mache
strahlenden Teint. Alte Versprechen neu designed: Lifestyle-Vitamine
sind "in". Neu ist die hohe Konzentration der Stoffe; drei
Sanddornbonbons genügen, so der Hersteller, um den täglichen Vitamin
C-Bedarf zu decken. Wissenschaftlich gesehen völlig unnötig, meint die
Expertin: Die Werbung geht davon aus, dass die Menschen gelernt haben,
Vitamine sind gesund und viele Vitamine müssen noch gesünder sein. Das
funktioniert so nicht. Wir haben zur Deckung unseres Vitaminbedarfs
unsere natürlichen Lebensmittel."
Zuckerfrei,
fettfrei, cholesterinfrei und 75 Prozent weniger Kalorien - sweets made
in USA. Ein Trend, der sich auch hierzulande immer mehr durchsetzt.
Schon jetzt sind fast ein Drittel aller in Deutschland verkauften
Süßigkeiten zuckerfrei. Doch wissenschaftliche Studien zeigen, dass
Zucker-Ersatzstoffe den Appetit anregen und gesundheitlich oft
bedenklich sind.
Wer wirklich gesund naschen will, sollte zu
Bio-Schokolade greifen. Amtlich zertifiziert besteht diese Schokolade
aus Milch, Kakao und Zucker - sonst nichts. Neuester Hit aus dem
Bio-Labor: Lutschtabletten aus Rotweinkonzentrat. Ohne Alkohol, doch
reich an sekundären Pflanzenstoffen, verspricht der Hersteller.
