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Was Ersatzfett mit Rhizinusöl gemeinsam
hat
Allen bisherigen Kunstfetten, sowohl denen, die auf Eiweiß- als
auch denen, die auf Stärkebasis hergestellt werden, haftet ein
entscheidender Nachteil an: Sie lassen sich nicht hoch erhitzen. Sie
eignen sich also nicht zum Backen, Braten und Frittieren.
Novel-Food-Technologen der amerikanischen Firma Procter und Gamble
kreierten daraufhin ein Kunstfett aus einem wiederstandsfähigen, aber
vollkommen unverdaulichen Saccharose-Polyester. Pate stand bei dieser
Kreation als natürliches Vorbild das hitzebeständige Jojobaöl, ein
Wachs.
Unter dem Namen Olestra ist der neue Fettersatzstoff
in den Vereinigten Staaten zugelassen. Olestra lässt sich hoch
erhitzen und die Herstellerfirma würde es deshalb gern zu 75 Prozent mit
Bratfett mischen und den Fast-Food-Restaurants verkaufen. Außerdem ahmt
Olestra das Gefühl, das sahnig-buttrig-cremige Speisen auf der
Zunge erzeugen, am besten von allen Fettersatzstoffen nach. Doch auf die
menschlichen Verdauungsorgane wirkt es wie Rhizinusöl.
Weil das wiederstandsfähige Öl nicht nur von den
Darmbakterien verschmäht
wird, sondern auch von den Mikroorganismen im Boden nicht abgebaut
werden kann, bedeutet die Verwendung von Olestra in der Küche
Umweltprobleme. Der damit belastete menschliche Stuhl müsste, nach
herkömmlichen Richtlinien, als Sondermüll entsorgt werden.

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