 | ...Vielfalt an pflanzlichen
Lebensmitteln als
Hauptbestandteile der täglichen
Ernährung (Gemüse,
Obst, Brot, Teigwaren
und andere Getreideprodukte, Hülsenfrüchte
und Nüsse); möglichst wenig verarbeitet;
frisch je nach Saison und Region;
|
 | ...Olivenöl als
Hauptfettquelle
|
 | ...Milchprodukte,
vornehmlich Joghurt und
Käse, täglich in geringen bis mäßigen
Mengen;
|
 | ...Fisch (und Geflügel)
mehrmals pro Woche
in mäßigen Mengen;
|
 | ...Fleisch seltener in
geringeren Mengen;
|
 | ...Wein regelmäßig in
Maßen zu den
Mahlzeiten.
|
 | ...Mehr Bewegung und mehr
Sport. |
Hinsichtlich ihrer Nährstoffzusammensetzung
zeichnet sich die mediterrane Ernährungsweise im
Vergleich zu der im Westen üblichen wie folgt aus:
- Geringerer Gehalt an unerwünschten
Inhaltsstoffen (wenig gesättigte Fettsäuren,
wenig Transfettsäuren; geringer Cholesterin-
und Puringehalt; wenig Salz und Zucker);
- Höhere Anteile ernährungsphysiologisch
wünschenswerter Bestandteile (hoher Gehalt
an komplexen Kohlenhydraten und
Ballaststoffen sowie an einfach
ungesättigten Fettsäuren);
- Reich an Vitaminen und Mineralstoffen;
- Reich an sekundären Pflanzenstoffen (z.B.
Antioxidantien)
Aufgrund ihrer Zusammensetzung ist die
mediterrane Ernährung insbesondere zur
Prävention von kardiovaskulären Risikofaktoren wie Dyslipidämien,
Bluthochdruck,
Diabetes
mellitus und
Übergewicht, von Krebserkrankungen,
insbesondere Dickdarmkrebs
sowie auch einer Reihe gastrointestinaler
Erkrankungen wie Divertikulose und Gallensteine
geeignet und zu empfehlen.
Die Bedeutung der für die mediterrane Kost
typischen hohen Zufuhr an einfach
ungesättigten Fettsäuren durch
Verwenden von Olivenöl
wurde in zahlreichen epidemiologischen und
kontrollierten Studien untersucht. Die
positiven Auswirkungen der einfach ungesättigten
Fettsäuren gelten inzwischen insbesondere im
Hinblick auf die günstige Beeinflussung des
Serumlipidprofils (Senkung des „bösen“ LDL-Cholesterins,
keine ungünstige Wirkung auf das „gute“
HDL-Cholesterin) als unstrittig.
Auch die kardio- und tumorprotektiven Wirkungen
einer hohen Zufuhr von natürlichen
Antioxidantien
werden zunehmend erkannt. Neben den
antioxidativen Vitaminen (Vitamin E und C) und
b-Carotin richtet sich das Forschungsinteresse in
jüngster Zeit vor allem auf die
sekundären Pflanzenstoffe
(u.a. Flavonoide und andere Polyphenole), denen potente
antioxidative Eigenschaften zugeschrieben
werden. Diese finden sich in der mediterranen Kost aufgrund des
reichlichen Verzehrs von Obst, Gemüse und
Olivenöl in einer noch nicht bezifferbaren
Vielfalt.
Die traditionelle mediterrane Ernährungsweise bietet
in exzellentes Beispiel, wie die
bestehenden Empfehlungen zur Nährstoffzufuhr in
eine geschmacklich attraktive Kost umgesetzt
werden können. Noch immer werden häufig
Ernährungsratschläge erteilt, bei denen Verbote und Einschränkungen
dominieren und die bei Patienten und Verbrauchern
den Eindruck erwecken, eine gesunde Ernährung
bedeute Verzicht und Mangel an Genuss und die
infolgedessen kaum akzeptiert und befolgt werden.
Die mediterrane Kost hingegen, die Genuss und
Lebensfreude symbolisiert, könnte für viele
Menschen zu einer schmackhaften (und
damit dauerhaften) gesunden Alternative
zur bisherigen fettreichen und ballaststoffarmen Ernährung werden.
Die Empfehlung zur Mittelmeerkost war auch
Thema einer Konferenz von 50 führenden
Wissenschaftlern aus Europa und Amerika im Januar
2001 in London. Die
beschriebenen gesundheitsfördernden Wirkungen der
mediterranen Ernährung wurden dabei in einem
Konsenspapier erneut betont.
