Grüner Tee- das asiatische Wundermittel?
Im Land der aufgehenden Sonne gilt grüner Tee schon lange als das
"wundersame Mittel zur Erhaltung der Gesundheit".
Auch in seinem Heimatland China wurde Tee zunächst ausschließlich als
Heilmittel verwandt, das bei Tumoren, Blasenerkrankungen und chronischer
Müdigkeit Abhilfe schaffen sollte. Mit der Zeit fanden sich immer mehr
Vorzüge des grünen Tees.
Fluoride, Vitamine und Spurenelemente
So reinigten viele Asiaten ihre Zähne durchs Teetrinken und das Kauen
von Teeblättern. Diese enthalten Fluoride, härten den Zahnschmelz und
verhindern so die Entstehung von Karies.
Doch das Getränk hat noch mehr zu bieten: Grüner Tee enthält Vitamin
A, verschiedene Vitamine des B-Komplexes und Vitamin C. Daneben kommen
Mineralstoffe wie Kalzium und Kalium darin vor. Es finden sich
Spurenelemente wie Magnesium und Nickel, aber auch Zink, das besonders
in der Schwangerschaft gebraucht wird. All diese Stoffe sind wichtig für
den Körper.
Gut für Herz und Kreislauf
Zudem soll der Grüne Tee eine vorbeugende Wirkung gegen
Herzkreislauferkrankungen haben. Seine Inhaltstoffe senken Blutdruck und
Cholesterinspiegel und beugen so Arterienverkalkung vor.
Doch seit einigen Jahren weiß man, dass der grüne Tee noch mehr kann.
In Zellversuchen und zahlreichen Untersuchungen an Tieren wurde gezeigt,
dass bestimmte Stoffe des grünen Tees, die sogenannte Catechine eine
krebshemmende Wirkung haben. Wie erklärt man sich das?
Hemmung der Krebsentstehung?
Dr. Bertram, Deutsches Krebsforschungszentrum Heidelberg: "Das
eine ist eine antioxidative Wirkung. Da werden bestimmte
Sauerstoffradikale im Körper abgefangen, die zu einer Entzündung und
letztlich zu Krebs führen können. Die Wirkung ist eine
antimetastasierende. Hierbei wird das Enzym gehemmt, das dazu führt,
dass Krebszellen in die Blutbahn gelangen können. Schließlich soll der
Tee einen Einfluss auf den sogenannten "programmierten Zelltod" haben.
Dieser tritt bei normalen Zellen nach einem bestimmten Zeitpunkt ein,
bei Krebszellen aber nicht. Man hat nun in den letzten Jahren
festgestellt, dass bestimmte Inhaltsstoffe des Tees diesen Zelltod
wieder hervorrufen können und es dadurch nicht zur Ausbildung einer
Krebszelle kommt."

Im Labor bestätigt: Grüner Tee hemmt Krebszellen
Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Tieren, deren Trinkwasser
durch grünen Tee ersetzt wurde, Tumoren des Magen-Darm-Traktes sowie von
Lunge und Haut deutlich seltener auftraten. Schwerer ist es, diese
Wirkungen beim Menschen nachzuweisen. Immerhin konnten Untersuchungen in
Japan zeigen, dass Grüntee das Wachstum von Magenkrebszellen hemmt, eine
Erklärung für den dortigen Rückgang von Magenkrebserkrankungen.
Der Teegeschmack ist ungewöhnlich
So gesund Grüner Tee auch sein mag, die ersten Tassen sind oft sehr
gewöhnungsbedürftig. Je nach Anbaugebiet und Sorte kann grüner Tee
bitter oder gar seetangähnlich schmecken. Das hängt unter anderem mit
der Temperatur des Wassers und der Ziehdauer zusammen. Doch feste
Vorschriften für die Zubereitung von grünem Tee gibt es nicht.
Um die Vitalstoffe des Tees voll auszuschöpfen, sollte er jedoch nur mit
heißem, nicht kochendem Wasser aufgegossen werden und nicht länger als
fünf Minuten ziehen. Experten gehen davon aus, dass man mit sieben
Tassen Tee pro Tag die erwünschten gesundheitsfördernden Wirkungen
erreichen kann.
Ob man mit Hilfe des Tee auch anderen Tumoren vorbeugen kann, müssen
künftige Untersuchungen zeigen. Bis dahin heißt es: Abwarten und Tee
trinken.