Mehr Bewegung im Alltag
Wer dauerhaft abnehmen oder einfach nur etwas für sein Gesundheit
tun will, muss nicht nur die Ernährung umstellen, sondern sollte auch
für mehr Bewegung sorgen.
Wer sich zeitlebens seine Muskulatur erhält, ist nicht nur fitter und
sportlicher, sondern verbraucht beim Sport auch mehr Kalorien. Was
wenige wissen: ein erhöhter Anteil von aktivem (Muskeln) zu passivem
Körpergewebe (Fett) bedeutet auch nachts im Schlaf einen höheren
Grundstoffwechsel.
Tipps für mehr Bewegung im Alltag
Eigentlich wollen Sie ja etwas für Ihre Fitness tun, haben aber
leider nie die Zeit dafür? Alles faule Ausreden, denn Sie brauchen nicht
gleich Bälle zu treten oder Schläger zu schwingen, um sich fit zu
halten.
Treppe statt Fahrstuhl
Treppensteigen
trainiert die Oberschenkel und das Herz-Kreislaufsystem. Vorsicht aber
bei Problemen mit den Knien: Treppab werden die Kniegelenke stark
belastet, besonders wenn Sie schwere Koffer oder Kisten tragen.
Zu Fuß oder per Fahrrad zum Ziel
Wer umsteigt, schont die Umwelt und spart Geld - und die lästige
Parkplatzsuche fällt ebenfalls weg. Außerdem: der "Stop and Go" des
Berufsverkehrs verursacht Stress, während leichte Bewegung den Kopf frei
macht. Wichtiger Hinweis für die ganz Eiligen: In der Stadt ist das
Fahrrad das schnellste Verkehrsmittel - zumindest für die klassischen
Strecken von einigen Kilometern.
Viele Fußwege führen zur Fitness
Wenn Sie dennoch das Auto nutzen: keinen falschen Ehrgeiz entwickeln.
Lieber einen entfernten Parkplatz nehmen. Das spart Nerven vermindert
das "Knöllchen-Risiko" und verschafft ein bisschen Bewegung an der -
hoffentlich frischen - Luft.
Verbinden Sie den abendlichen Gang in die Kneipe mit einem kleinen
entspannenden Spaziergang. So viel Zeit bleibt immer. Auf dem Rückweg
beugen Sie nicht nur aktiv einem Kater vor, sondern Sie können gelassen
den neuesten Promillegrenzen ins Auge blicken.
Verlassen Sie die ausgetreten Pfade der Gewohnheit und gehen mal den
längeren Weg zum Supermarkt. Sie werden unbekannte Perspektiven mitten
in der Nachbarschaft entdecken.
Die richtige Sportart
"Erwachsene
sollten mindesten 30 Minuten täglich eine mäßige körperliche Belastung
auf sich nehmen" heißt es in der Empfehlung der
Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Der Urmensch war
als Jäger und Sammler eigentlich ein ausdauernder Walker und Jogger, der
täglich viele ruhige Kilometer zurücklegte, um seine Nahrung zu
beschaffen.
Für Übergewichtige sind alle Bewegungsarten besonders geeignet, die
Gelenke und Knochen entlasten - Fahrradfahren genauso, wie Walken. Die
Grundregel: Langsam anfangen und sich nicht zu viel auf einmal zumuten.
Lieber etwas weniger, dafür drei- bis fünfmal pro Woche.
Die Idealsportart für (noch) Dicke ist übrigens das
Schwimmen. Allerdings nur dann, wenn man's richtig macht. Brustschwimmen
mit Kopf aus dem Wasser, belastet die Wirbelsäule. Besser geeignet sind
Kraulen oder Rückenschwimmen. Wer all diese Tipps berücksichtigt, der
kann auf Dauer sein Gewicht reduzieren. Aber nur dann, wenn man den neu
gewonnenen Lebensstil auf Dauer beibehält.
"Nur wer seinen Körper
trainiert,
kann auch geistige Höchstleistungen bringen.
Neue Ideen und Innovationen entstehen meist nur dann,
wenn Körper und Kopf gleichermaßen fit sind."
- Niki Lauda -
Ohne Bewegung riskieren wir unser Leben
Das beginnende 20. Jahrhundert mit seiner
völlig veränderten Arbeitswelt und den maschinellen Ersatz der
körperlichen Arbeit führte zu einer Verminderung schwerer körperlicher
Leistungen, damit verbunden aber auch zu einer Einschränkung der
Bewegungsfreiheit. Stundenlang tagsüber auf dem Bürosessel sitzen, lange
Strecken mit dem Auto von der Arbeit nach Hause fahren und dann die
Entspannung vor dem TV-Apparat suchen - so sieht der normale Alltag
immer häufiger aus.
Der zunehmende Erfolgsdruck sowie der Kampf um den Arbeitsplatz
bewirken eine Zunahme des psychischen Drucks. Stress ist die logische
Folge. Der moderne Lebensstil mit Rauchen, Trinken und Übergewicht
fordert seinen Tribut: Er ist verantwortlich für die Todesursache Nr.1,
Herz-Kreislauf-Leiden. In unserer serviceorientierten Welt, zu der
Fastfood beim Drive-In - ohne den Wagen zu verlassen und einen Schritt
gehen zu müssen - ebenso gehört wie die allnächtlichen Zustellungen
durch den lokalen Pizza-Service, werden uns die natürlichen,
regelmäßigen Bewegungen, die man für ein optimales Maß an
kontinuierlichem Training und Bewegung, für Gesundheit, Performance und
Erscheinung braucht, entzogen.
Physische Inaktivität und der Alterungsprozess führen so zu einer
ständigen Abnahme unserer Leistungskapazität, die es uns ermöglicht,
physische Arbeit überhaupt auszuüben.
Wenn Sie sich von Aktivitäten, die Kraft, Geschicklichkeit und
Beweglichkeit erfordern, zunehmend zurückziehen, wird es für Sie immer
schwieriger, diese mit dem Alter überhaupt noch ausführen zu können. Das
Risiko von Verletzungen und Erkrankungen steigt.
In den letzten zehn Jahren haben Mediziner, insbesondere Sportärzte
und Physiologen, völlig neue Erkenntnisse gewonnen. Es besteht nunmehr
überhaupt kein Zweifel, dass durch Ausdauertraining in vielen Fällen der
Herzinfarkt - und damit der Herztod - verhindert werden kann. Sogar bei
Menschen über den 60. Lebensjahr kann durch Krafttraining eine
Leistungssteigerung und Verbesserung der Körperkoordination erreicht
werden. Und: Sportliche Betätigung wie Wandern, Laufen oder Gehen sowie
Training der körperlichen Reaktionsfähigkeit sind nach Angaben von
Experten ein wichtiger Schutz vor Knochenschwund im Alter.
Es ist nie zu spät mit einem Fitnesstraining zu beginnen.
Jeder, der mit Sport anfangen möchte, sollte jedoch zuvor individuell
von seinem Arzt beraten werden.
