Nach sechs Wochen hatten Studienteilnehmer,
denen das Wachstumshormon verabreicht wurde, im Schnitt einen
Muskelzuwachs von 8,8%, ohne ihren Körper in irgendeiner Form zu
trainieren, bei gleichzeitigem Fettverlust von rund 14,4 Prozent - ohne
Diät. HGH baut Muskelgewebe auf, Fettgewebe ab und fördert die
Hautdicke.
Das Wachstumshormon existiert nur wenige
Minuten
Das Wachstumshormon hat eine Halbwertzeit von nur 5 bis 6 Minuten im
Blut. Es wird zu 75% im Schlaf abgegeben und erreicht seinen höchsten
Wert in der Pubertät.
Mit zunehmenden Alter nimmt das HGH kontinuierlich ab. Die Abgabe
(Sekretion) des Wachstumshormon fällt um 10 - 15 Prozent in jedem
Lebensjahrzehnt ab. Nach dem 60. Lebensjahr erreicht der HGH-Level nicht
einmal mehr ein Viertel des Wertes eines 20-Jährigen. Obwohl die
Rezeptoren auf der Hypophyse in jedem Alter voll funktionsfähig sind,
wird durch eine Verminderung der Second messangers wie dem zyklischen
AMP anscheinend auch die Hormonausschüttung vermindert.
Das verwundert um so mehr, da bisherige Untersuchungen zeigten, dass
der alternde Mensch in der Lage währe, genauso viel HGH wie ein Junger
zu erzeugen, vorausgesetzt die Produktion würde adäquat stimuliert. Die
Ursache der rapiden Abnahme müssen daher in der Diskommunikation der
Hormone untereinander liegen.
Viele Effekt des Älterwerdens sind, so viel läst sich heute bereits
sagen, zumindest zum Teil auf einen Wachstumshormonmangel
zurückzuführen. Wachstumshormonmangel ist ein natürlicher Prozess im
Organismus und führt dazu, dass sich beispielsweise Körperproportionen
ändern. Wieweit allerdings diese Prozesse durch die Substitution von
Wachstumshormon reversibel sind, ist bis heute noch nicht vollständig
geklärt.
Mangel an Wachstumshormon dürfte die Hauptursache für Mangelhafte
Immunreaktionen, degenerative Erkrankungen und vorzeitiges Altern sein.
Wieweit HGH das Altern des Menschen verzögern kann, lässt sich nach
heutigem Wissensstand noch nicht verlässlich prognostizieren, sämtliche
Indizien sprechen aber vehement dafür.
Unerwünschte Nebeneffekte
Diese Untersuchungsergebnisse öffnen uns die Augen für den besonderen
Einfluss des Wachstumshormons. Hormonspritzen sind allerdings ein
gefährlicher Weg, um Fett ab- und Muskeln aufzubauen. Die Injektion
dieses wirkungsvollen Hormons hat starke Nebenwirkungen, nämlich die
Drosselung der natürlichen Freisetzung des Hormons und ein erhöhtes
Risiko, Diabetes zu entwickeln. Es ist auch noch nicht ausreichend
erforscht, inwieweit das Wachstumshormon auch bösartige Krebszellen zum
Wachsen anregen kann. Es gibt Hinweise, dass durch HGH unter Umständen
das Krebsrisiko vergrößert wird.
HGH kann auch über die Ernährung angeregt werden
Glücklicherweise muss man nicht Wachstumshormon injizieren, um Fett
zu verbrennen und Muskeln aufzubauen. Sie müssen nur anaerob
trainieren und sich entsprechend ernähren. Das
Wachstumshormon kann durch die Ernährung angeregt werden, vor allem
durch die Einnahme von Arginin, Ornitin und Galanin (Aminosäuren, die
z.B. in Hülsenfrüchten enthalten sind), wenn man sich vorerst eine
Hormonersatztherapie ersparen will.
Übrigens gibt es eine andere Phase, in der das Wachstumshormon
freigesetzt wird, die nichts mit Sport zu tun hat: der Schlaf - genau
gesagt die Stufe zwischen 3 und 4 vor der REM-Phase (Rapid Eye
Movement). In dieser Zeit bereitet sich Ihr Körper auf den nächsten Tag
vor. Je besser die Schlafqualität, desto mehr Wachstumshormon wird im
Schlaf freigesetzt.
Aber wie lässt sich die Hormonfreisetzung im Schlaf maximieren?
Nehmen Sie einen
Eiweißdrink
(wenig Fett, wenig Kohlenhydrate), bevor Sie zu Bett gehen. Dieser
Snack wird die Hormonfunktionen, die eine maximale Sekretion von
Wachstumshormon ermöglichen aktivieren. Wenn Sie hingegen vor dem
Zubettgehen etwas Kohlenhydratreiches zu sich nehmen, haben Sie alles
getan, um die Freisetzung des Wachstumshormons zu verhindern. Warum?
Weil Sie den Insulinspiegel erhöht haben und Insulin die Sekretion des
Wachstumshormons aus der Hypophyse verzögert. Daher ist auch das
sogenannte Schlafparadox eine der Folgen, wenn man sich außerhalb des
Optimums befindet: Sie schlafen länger, fühlen sich aber beim Aufwachen
immer noch groggy. Im Optimum kehrt sich das Schlafparadox allerdings in
sein Gegenteil um: Sie brauchen weniger Schlaf, sind aber beim
Aufwachen klarer. Wenn Sie also im Schlaf von den hormonalen Gewinnen
anaerober Übungen profitieren wollen, bleiben Sie im Optimum.
