Sollten Sie 80 Jahre alt werden, dann hätten Ihre beiden Nieren aus
über 50 Millionen Litern Blut, die in diesem Zeitraum durch Sie hindurch
geflossen sind, alle Abfälle Ihres Stoffwechsels herausgefiltert, die
sonst Ihren Körper vergiften würde.
Weit mehr als nur Abfallentsorger
Doch Ihre Nieren sind weit mehr als nur eine Kläranlage. Sie
regulieren den Wasser- und Salzhaushalt im Blut und sorgen für ein
Säure-Basen-Gleichgewicht. Darüber hinaus produzieren sie zwei wichtige
Hormone: Renin und Erythropoetin.
Renin hilft, den Blutdruck im Normalbereich zu halten.
Sind die Nieren in ihrer Funktion gestört, kann dies zu Bluthochdruck
führen. Und der schädigt wiederum die Nieren - ein Teufelskreis! Je
länger er anhält, desto gravierender. Die Folge: Schrumpfniere oder gar
völliger Ausfall der beiden unentbehrlichen Organe.
Erythropoetin kurbelt die Produktion der roten Blutkörperchen
an, die unter anderem für den Sauerstofftransport in die
Zellen verantwortlich sind. Und der wird von
den 80 Billionen Zellen des Körpers ständig benötigt. Mangelt es daran,
gehen sie zugrunde. Sie sehen also: Es kann schwerwiegende Folgen haben,
wenn Ihre Nieren nicht mehr einwandfrei arbeiten.
Bewusster leben!
Trinken Sie viel, am besten kohlensäurearmes oder -freies
Mineralwasser, dazu Kräuter- und Grünen Tee und stark verdünnte
Fruchtsäfte. Zwei bis drei Liter sind
optimal. So werden Nieren und Blase gut durchgespült, und Bakterien
haben Mühe, sich in den Harnweg einzunisten und Infektionen in Gang zu
setzen.
Um Ihren Nieren die Regulierung des Säuren-Basen-Haushaltes zu
erleichtern, sollten Sie ernährungsbewusst leben: Basische und an
Ballaststoffen reiche Lebensmittel, vor allem frisches Gemüse, müssen
auf Ihrem Speisezettel ganz oben stehen.
Mit tierischem Eiweiß, also Fleisch und Wurstwaren, sollten Sie eher
sparsam umgehen - vor allem dann, wenn Ihre Nieren bereits in
Mitleidenschaft gezogen sein sollten. Bevorzugen Sie auf alle Fälle
pflanzliches Eiweiß - es ist reichlich vorhanden in Hülsenfrüchten,
allen voran in Sojabohnen. Essen Sie maximal 30 bis 40 Gramm Eiweiß pro
Mahlzeit. Nach Experten-Ansicht kann eine (relativ) eiweißarme Kost die
Nieren schonen. Essen Sie lieber sechs als dreimal am Tag.
"Dolce vita" mit fatalen Folgen
Wer von uns ist nicht schon mal leicht auf 180 oder sogar darüber!
Sollte dies aber mit Ihrem Zuckerspiegel in Ihrem Blut geschehen, dann
wird es fatal. Steigt er über 180 Milligramm pro Deziliter in Ihrem
Blut, schaffen es die Nieren nicht mehr, alle Zuckermoleküle
zurückzuhalten. Die "Nierenschwelle" ist dann überschritten. In
diesem Fall lässt sich also Zucker im Harn nachweisen - dringender
Verdacht auf Zuckerkrankheit (Diabetes
mellitus). Wieder zeigt sich, dem Hormon
Insulin kommt eine erhöhte Bedeutung zu.
S.a.:
metabolisches Syndrom
Im Übrigen treten Nierenschäden vielfach als Folge der
Zuckerkrankheit auf. Mit einer diabetischen Glomerulosklerose, einer
Vergrößerung der Nierenkörperchen, die bis zum völligen Versagen der
Nieren bei der lebenswichtigen Entgiftungsarbeit führen kann, müssen bis
zu zwei Dritteln aller männlichen und rund ein Drittel aller weiblichen
Zuckerkranken rechnen.
Jedes Jahr müssen fast 12.000 Mitmenschen
damit rechnen, dass ihre Nieren durch eine Maschine ersetzt werden.
Sie haben es selbst in der Hand, ob Sie eines Tages zu diesen
Leidtragenden gehören oder nicht!
Allein in Deutschland sind augenblicklich rund 48.000 Mitmenschen auf
eine künstliche Niere (Dialyse) angewiesen. Eine Zahl die dramatisch
zunimmt: Derzeit erkranken jährlich 11.600 Menschen an chronischem
Nierenversagen. Nur wenigen von Ihnen kann durch eine
Nierentransplantation geholfen werden.
Die "künstliche Niere"
Noch bis vor wenigen Jahrzehnten musste jeder, bei dem chronisches
Nierenversagen auftrat, jämmerlich sterben. Auch strenge Spezialdiät
konnte die zunehmende Vergiftung des Körpers auf Dauer nicht verhindern.
Die segensreiche Erfindung der "künstlichen Niere" verhilft de
Betroffenen zwar nicht zu der Lebensqualität eines Gesunden, zumindest
aber zu einer ähnlich hohen Lebenserwartung. Dieses externe Gerät
übernimmt die Aufgaben der gesunden Nieren: die "Blutwäsche"
(Hämodialyse). Mit seiner Hilfe werden alle die Abfall und Schadstoffe
aus dem Blut entfernt, die der Körper loswerden muss, um sich nicht zu
vergiften. Das Blut des Patienten wird von seinem Arm aus in die
"künstliche Niere" geleitet und dort durch eine dünne Membran
gepresst, die alle Abfall- und Schadstoffe durchlässt und die guten
Stoffe zurückhält - wie die gesund Niere auch. Das gereinigte Blut wird
in den Körper zurückgeleitet.
In der Regel müssen sich die Patienten Zeit ihres Lebens dreimal pro
Woche für jeweils vier bis sechs Stunden mit der "künstlichen Niere"
selbst behandeln (Heimdialyse) oder behandeln lassen, in der Regel in
einem Dialysezentrum.
