Eicosanoide - der Anti-Ageing-Schlüssel
Die Bedeutung der Eicosanoide wurde erst in den letzten Jahren
erkannt. Obwohl 1982 der Medizin-Nobelpreis für wesentliche
wissenschaftliche Arbeiten über Eicosanoide vergeben wurde, die
eindeutig belegten, dass diese Hormone praktisch alle physiologischen
Vorgänge des Menschen wesentlich beherrschen, können nur wenige Ärzte
und Wissenschaftler mit dem Begriff etwas anfangen. Für das biologische
Internet sind die Eicosanoide von allergrößter Bedeutung:
Sie sind ein wesentlicher Schlüssel für das Anti-Ageing.
Eicosanoide sind nämlich fähig, die Spiegel an zyklischen AMP
(Adenosinmonophosphat) - einem Second messenger - in der Zielzelle zu
verbessern und somit eine bessere Kommunikation zwischen endokrinen
Hormonen und der Zielzelle zu ermöglichen. Diese Second messenger, und
hier insbesondere das zyklische AMP, sind verantwortlich für das
Anti-Ageing, weil sie die letzte wichtige Phase der hormonellen
Kommunikation darstellen. Bricht diese Kommunikation zwischen Hormon und
Zelle zusammen, kann zwischen ihnen keine Reaktion starten.
Eicosanoide bestehen aus einer Gruppe verschiedener Substanzen, die
von jeder Zelle in unserem Körper produziert werden. Man kann sie mit
Mikroprozessoren vergleichen, die jeden Personal Computer in ein
faszinierendes technologisches Wunderwerk verwandeln. So wie die
Elektronen durch Mikroprozessoren wandern, so sind auch Eicosanoide
überall gegenwärtig. Es sind autokrine Hormone, gelangen demnach nicht
in den Blutkreislauf, sondern wirken durch Sekretion der Zellen
untereinander. Eicosanoide sind in fast unvorstellbar geringer
Konzentration wirksam und zerstören sich innerhalb von Sekunden. Dies
macht es fast unmöglich, sie im Körper zu studieren, zu objektivieren
oder gar zu messen. Es ist daher auch äußerst schwierig, Eicosanoide zu
substituieren. Trotzdem investiert die pharmazeutische Forschung für
analytische Studien Milliarden von US-Dollar.
Der Wirkstoff des Aspirins
Ein Grossteil unseres Wissens über Eicosanoide kommt aus der
Erforschung von Gewebezellkulturen. Praktisch unbekannt war bis heute,
dass die Wirksamkeit des von Beginn des Jahrhunderts an wohl
erfolgreichsten Medikaments, des Aspirins, auf Eicosanoide beruht.
Die Acetylsalisylsäure, die hauptsächlich im Aspirin enthalten ist, war
schon den Kelten, als wirksames Medikament bekannt. Sie ist sehr stark
im Salix, dem Weidenbaum, enthalten. So hätte der Zaubertrank von
Asterix historisch gesehen sicherlich hauptsächlich Aspirin bzw.
Weidenextrakt enthalten. Dies ist wiederum ein Beispiel dafür, dass die
wirklich wirksamen Medikamente schon der empirischen Medizin früherer
Kulturen sehr wohl bekannt waren.
Den Dualismus, der uns in der Natur so oft begegnet, dieses
Yin-Yang Prinzip, gibt es auch bei den Eicosanoiden und anderen
Hormonen (Insulin/Glucagon).
Es gibt "gute" Eicosanoide und "schlechte".
Das Verhältnis von guten zu schlechten ist für den
Alterungsprozess bzw. für das Funktionieren des kompletten Hormonsystems
von eminenter Bedeutung.
Insulin spielt bei den Eicosanoiden eine zweifelhafte Rolle: Es
erhöht die Produktion der schlechten Eicosanoide. Je mehr Insulin wir
produzieren, desto mehr schlechte Eicosanoide erzeugen wir damit. Die
Folgen sind ein meist erhöhter Blutdruck und zahlreiche andere
Erkrankungen (Entzündungen, Diabetes Typ I, Krebs, Depressionen). Damit
ließe sich auch erklären, warum ein erhöhter Insulinspiegel oft auch
automatisch mit einem höheren Blutdruck verbunden ist. Mit
altersbedingter Hyperinsulinämie nimmt auch der Prozentsatz an
Körperfett zu, reduziert sich aber auch die Produktion des guten
Blutfettes, des HDL-Cholesterins, weshalb das kardiovaskuläre Risiko
erhöht wird. Verschlechtert sich das Ungleichgewicht auf Kosten der
guten Eicosanoide, so beginnt das Hormonsystem aus dem Gleichgewicht zu
geraten. Dies dürfte ein wesentlicher Faktor der Alterung sein
Warum sich Eicosanoide nicht ersetzen lassen
Wie können wir erreichen, dass gute und schlechte Eicosanoide im
Gleichgewicht sind bzw. wie können wir gut Eicosanoide zu uns nehmen?
Nicht durch direkte Substitution. Es gibt gute Eicosanoide nicht als
Medikament. Eicosanoide lassen sich nur indirekt durch richtige
Ernährung steuern. Eine wesentliche Möglichkeit, dieses Gleichgewicht
günstig zu beeinflussen, besteht in einer reduzierten Insulinproduktion,
die wir vor allem durch eine kohlenhydratarme Ernährung erreichen. Dies
ist der wichtigste Schritt, den Sie für die Erhaltung der Balance Ihres
Hormonsystem tun können.
Ein anderer ist , darauf zu achten, dass Sie in Ihrer Nahrung dem
Körper immer ausreichend ungesättigte Fettsäuren für die Bildung der
guten Eicosanoide zuführen. Diese kommen vor allem in Fisch- und
Olivenöl vor.
Merken Sie sich, dass die Eicosanoide die stärksten, dem Menschen
bekannten biologischen Agenzien sind.
