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Das Altern als hormongesteuerter Prozess
Nachdem der Einfluss der
Hormone auf den Menschen weitaus größer ist, als im allgemeinen
angenommen wurde, stellt sich eine wesentliche Frage: Welche Rolle
spielen die Hormone beim Altern? Gibt es neben dem Enzym Telomerase und
dem chemischen Verschleiß durch freie Sauerstoffradikale noch einen
anderen Steuerungsmechanismus, der Zellen
absterben lässt? Läst sich dieser biophysische Vorgang durch Hormone
so verändern, dass wir länger leben?
Neueste Forschungen auf dem Gebiet der Endokrinologie haben zum Teil
unglaubliche Ergebnisse über die Mechanismen des Alterns gebracht. Das
wichtigste: Die dem Altern zu Grunde liegenden molekularen Veränderungen
im Körper basieren auf einer Zunahme der
hormonellen Misskommunikation, einem verschlechterten Zusammenspiel
der Hormone untereinander.
Ab dem 30. Lebensjahr produziert
der Körper kontinuierlich immer weniger Hormone. Gerät so das
fantastische, komplexe Hormonsystem aus dem Gleichgewicht, stimmt die
Kommunikation innerhalb des Organismus und seine Organe nicht mehr. Dies
ist eine der wesentlichen Ursachen des Alterungsprozesses. Eine nicht
nur neue, sondern nahezu revolutionäre Erkenntnis.
Ihr Körper ist ein gewaltiges, komplexes biologisches Internet,
in dem die Kommunikation der Hormone untereinander in richtiger Weise
aufeinander abgestimmt werden muss. Geraten die Hormone aus der Balance,
beginnt Ihr Organismus zu altern. Schlafstörungen, vermehrte
Faltenbildung, trockene Haut, ein abnehmender Sexualtrieb, Depression,
chronische Schmerzen, Fettsucht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen
und Krebs sind auch Folge der Disbalance der Hormone im menschlichen
Körper. Die richtige Ausgewogenheit der Hormone kann den
Alterungsprozess hingegen verlangsamen. Es ist nicht unbedingt der
Mangel an bestimmten Hormonen, welcher die Ursache des Alterns
darstellt, sondern in Wahrheit oft die Unfähigkeit der Hormone,
miteinander zu kommunizieren und ihre Wirkung auf den Organismus
abzustimmen.
So viel sei vorweggenommen: Durch einen Eingriff in den
Hormonhaushalt Ihres Körpers mittels Hormonsubstitution bzw.
Beeinflussung der hormonellen Enzymsysteme kann der Alterungsprozess
aktiv verzögert werden. Wie dies funktioniert, wird an anderer Stelle
noch ausführlich erklärt. Machen Sie jedoch nicht den Fehler, dem Alter
nur mit Hormonen entgegenwirken zu wollen. Dies geht Hand in Hand mit
einer gesunden Ernährung und einem ausgewogenen Lebensstil.
Es gibt so
unterschiedliche Theorien über die Ursache des Alterns, wie es
Wissenschaftler gibt, die sich damit beschäftigen. Die Experten sind
sich allesamt nicht einig. Neue Forschungsstudien zur Jahrtausendwende
haben jedoch einen interessanten Ansatz, der die Hauptursachen des
Alterns auf vier wesentliche Punkte zurückzuführen versucht:
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Zu viel Glukose im Blut
Glukose zerstört die Zellwände. Durch zu viel aufgenommenen
Zucker wird übermäßig Insulin produziert, das die Glukose im
Fettgewebe speichert.
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Zu viel Insulin
Die vermehrte Insulinproduktion kann zu einer Insulinresistenz
der Zellen führen, die in der Folge Gefäßschäden und Diabetes
verursacht.
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Zu viele freie Radikale
Freie Radikale sind zwar als keimtötende Stoffe im Organismus
wichtig, zu viele greifen jedoch die eigenen Zellen an und haben
eine stark krebsfördernde Wirkung.
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Zu viel Cortisol
Nimmt der Stress überhand, schüttet der Körper vermehrt Cortisol
aus, was Puls und Blutdruck in lichte Höhen katapultiert und den
Organismus belastet.
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Hormonelle Faktoren des Alterns
Nach unserem heutigen Wissensstand ist das Altern durch eine
Vielzahl von äußeren und inneren Einflüssen verursacht. Eine bedeutende
Rolle - so viel ist jedenfalls gesichert - spielen dabei die Hormone.
Obwohl die endokrinen Zusammenhänge komplex und vielschichtig sind,
finden sich im wesentlichen zwei Hormone, die das Altern des Mannes
nachhaltig beeinflussen: Insulin und Eicosanoide.
Eine erhöhte Insulinproduktion ist wahrscheinlich einer der
wichtigsten Faktoren des beschleunigten Alterungsprozesses, weil er alle
biologischen Parameter des Alterns negativ beeinflusst. Es gibt Marker
im menschlichen Körper, bestimmte Merkmale, die mit zunehmenden Alter
ansteigen: die Insulinresistenz (ein erhöhter Insulinspiegel im Blut),
der systolische Blutdruck (der bei der Messung erste Blutdruckwert), der
Anteil des Fettgewebes, das Verhältnis der Blutfette. Andere Marker
fallen im Alter ab: Die Glukosetoleranz (immer weniger Glukose kann
verwertet werden), die aerobe Kapazität (die Leistungsfähigkeit des
Körpers, speziell bei Sport), die Muskelmasse, die Kraft, die
Temperaturregulation, die immunologische Funktion.
Obwohl diese Marker eine Vielfalt von physiologischen Veränderungen
beinhalten, wurde als Ursache in Langzeitstudien wie der Baltimore Study
of Ageing (BLSA) immer der gleiche entscheidende Faktor gefunden: Die
erhöhte Produktion des Hormons Insulin.

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