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| Hintergrund Fischöle
Einleitung
Ein zu hoher Konsum von Nahrungsfetten ist
anerkanntermaßen mit zahlreichen medizinischen Problemfeldern
assoziiert, darunter Adipositas, Insulinresistenz, koronare
Herzkrankheit und verschiedene Krebsarten. Während der Konsum von
gesättigten Fettsäuren, Trans-Fettsäuren und Arachidonsäure mit der
Entstehung chronischer Krankheiten in Zusammenhang gebracht wird,
belegen medizinische Studien, dass Omega-3-Fettsäuren
(n-3-Fettsäuren) von essenzieller Bedeutung für die Prävention und
Behandlung verschiedener Krankheiten sind. Dies gilt insbesondere
für die Fischöle.
Biochemie
Fischöle bestehen aus den essentiellen Fettsäuren Eicosapentaensäure
(EPA, C20:5n-3) und Docosahexaensäure (DHA, C22:6n-3). EPA und DHA
gehören zur Gruppe der mehrfach ungesättigten Fettsäuren
(polyunsaturated fatty acids - PUFAs). Im Vergleich zu den
gesättigten Fetten können die PUFAs nach der Aufnahme mit der
Nahrung leichter zu Energie verstoffwechselt werden. Je geringer der
Sättigungsgrad von gespeicherten Fettsäuren bei gegebener Länge der
Kohlenstoff-Kette ist, desto größer ist ihre relative Mobilität. Aus
diesem Grund zeichnen sich PUFAs durch eine höhere Bioverfügbarkeit
aus.(1) EPA und DHA sind Abkömmlinge der mehrfach ungesättigten
Alfa-Linolensäure (ALA) und werden zur Klasse der Omega-3-Fettsäuren
gerechnet. Nach den Nomenklaturregeln bringt die Bezeichnung
?Omega-3-Fettsäure? zum Ausdruck, dass die erste
Kohlenstoff-Doppelbindung - ausgehend vom Methylende des Moleküls -
am dritten Kohlenstoffatom anzutreffen ist.(2) Durch eine Reihe von
Enzymreaktionen wird die 18:3-PUFA (ALA) zunächst in EPA und
schließlich in DHA umgewandelt. Beide gelten als bedingt essentiell,
da der Organismus sie selbst synthetisieren kann. Während jedoch die
vermehrte Zufuhr von ALA zu einem signifikanten Anstieg der
EPA-Konzentration im Gewebe führt, gilt dies nicht für DHA.(3) Unter
bestimmten Bedingungen kann der Bedarf an DHA jedoch die
Syntheserate bei weitem übersteigen, so dass eine Supplementation
erforderlich wird.
Wirkungsmechanismen
EPA und DHA konkurrieren mit Arachidonsäure (AA) um das Enzym
Zyklooxygenase. Durch die Zyklooxygenase der Thrombozyten wird EPA
in Thromboxan A3 (TXA3) umgewandelt. Im Unterschied zu Thromboxan A2
(TXA2), das aus AA unter Einwirkung der Zyklooxygenase gebildet wird
und stark vasokonstriktorisch wirkt, weist TXA3 eine sehr schwache
vasokonstriktorische Wirkung auf. Im Endothel dagegen entsteht aus
EPA Prostazyklin I3 (PGI3). PGI3 ist ein ebenso starker
Vasodilatator und Inhibitor der Thrombozytenaggregation wie
Prostazyklin I2 (PGI2), das aus AA gebildet wird. Der Nettoeffekt
eines erhöhten EPA:AA-Quotienten der Nahrung besteht daher in einer
relativen Vasodilatation und einer Hemmung der
Thrombozytenaggregation.(2) EPA führt zur Bildung von Leukotrienen
der 5er-Serie, die nur schwach chemotaktisch wirken. Von einer
relativen Verminderung der Chemotaxis wäre eine antiatherogene
Wirkung zu erwarten. Fischöl hemmt die Triglyzeridsynthese in der
Leber und vermindert auf diese Weise sowohl die VLDL- (Very Low
Density Lipoprotein) als auch die Triglyzerid-Konzentration. Da VLDL
eine Vorstufe von LDL darstellt, ist bei Patienten mit
Hypertriglyzeridämie nicht selten eine Abnahme des LDL-Cholesterins
zu beobachten. Bei Patienten mit Hypercholesterinämie scheint
Fischöl den Cholesterin-Plasmaspiegel dagegen nicht zu senken.(4,5)
Klinische Indikationen
Arrhythmien
In mehreren Tierstudien beobachteten McLennan et al., dass die
Verabreichung von mit Thunfischöl (einer n-3-PUFA) angereichertem
Futter zu einer signifikanten Abnahme der Inzidenz und des
Schweregrades von Arrhythmien führte und dass sich auf diese Weise
das Auftreten von Kammerflimmern bei Verschluss oder Reperfusion der
Koronararterien verhindern ließ. Die Studien ergaben zudem, dass
eine Ernähung mit hohem Gehalt an gesättigten Fettsäuren den
Schweregrad von Arrhythmien signifikant erhöht.(6-8)
Koronare Herzkrankheit
Die positiven Wirkungen von Fischöl auf die koronare Herzkrankheit
(KHK) sind seit mehr als zwanzig Jahren Gegenstand der medizinischen
Forschung. Dies gilt insbesondere seit der richtungweisenden Studie,
in der eine ungewöhnlich niedrige kardiovaskuläre Mortalität bei den
Grönland-Eskimos festgestellt wurde.(9) Fischöl hat wichtige
Auswirkungen auf den Stoffwechsel. So hemmt es u.a. die
Thrombozytenaggregation und senkt den Triglyzeridspiegel im Serum,
was für die Prävention der KHK von Bedeutung sein könnte. In einer
prospektiven Studie an europäischen Männern wurde eine umgekehrte
Korrelation zwischen dem Verzehr von fettem Fisch (nicht jedoch von
magerem Fisch oder Fisch insgesamt) und der 20-Jahres-KHK-Mortalität
beobachtet.(10) Auch konnte nachgewiesen werden, dass Fischöl beim
Menschen den Triglyzeridspiegel im Serum senkt.(11) Allerdings
wurden die betreffenden Untersuchungen mehrheitlich an Männern
durchgeführt. In einer neueren Studie wurden die Wirkungen einer
Nahrungsergänzung mit 3-n-Fettsäuren, insbesondere mit Fischöl, bei
postmenopausalen Frauen mit und ohne Hormonsubstitutionstherapie
(HRT) untersucht. Unabhängig von der Hormonsubstitution senkte die
Supplementation mit Fischöl die Triglyzeridkonzentration im Serum
signifikant um durchschnittlich 26 Prozent, ohne andere
Lipidparameter zu beeinflussen. Die damit verbundene Verminderung
des KHK-Risikos bei postmenopausalen Frauen wurde auf 27 Prozent
geschätzt.(12) Eine Studie von Thomas et al. spricht dafür, dass
neben der Fischöl-Supplementation auch der Trainingszustand den
postprandialen Triglyzeridspiegel entscheidend beeinflusst. Ein
körperliches Training von sechzig Minuten Dauer senkte in Verbindung
mit einer Fischöl-Supplementation den Triglyzeridspiegel im Plasma
um 33 Prozent. Es wurde vermutet, dass Fischöl durch seine Wirkung
auf die Insulinfreisetzung die Aktivität der Lipoproteinlipase
hemmt.(13)
Krebs
Die Ergebnisse epidemiologischer, experimenteller und
pathophysiologischer Studien sprechen dafür, dass Entstehung und
Progression verschiedener Krebserkrankungen beim Menschen durch
n-6-PUFAs gefördert und durch n-3-PUFAs (insbesondere durch
Fischöle) gehemmt werden.(14,15) Zudem konnte nachgewiesen werden,
dass der tumorhemmende Effekt von EPA hauptsächlich eine Folge von
dessen supprimierender Wirkung auf die Zellproliferation ist,
während die Wirkung von DHA auf dessen Fähigkeit zur Induktion von
Apoptosen zu beruhen scheint.(16,17) Hauptfaktor für den
tumorhemmenden Effekt der n-3-PUFAs ist allem Anschein nach weniger
die zugeführte Quantität als vielmehr das Verhältnis von n-3- zu
n-6-Fettsäuren in der Nahrung. Der günstigste Quotient dürfte dabei
im Bereich von 1,8-1,9 liegen.(16) Auch wurde beobachtet, dass eine
EPA- und DHA-Supplementation in Form von Fischöl das Wachstum und
die Metastasierung von Brust- und Dickdarmkrebs supprimiert.(18,19)
Kognitive Funktionen
Im Verlauf des dritten Trimenons und der frühen Postnatalphase, wenn
das Gehirnwachstum am schnellsten verläuft und am empfindlichsten
auf ernährungsbedingte Mangelzustände reagiert, kommt es zu einem
raschen Anstieg der AA- und DHA-Konzentration im menschlichen
Gehirn. Eine inverse Korrelation besteht insbesondere zwischen
postnatalem DHA-Mangel einerseits und Sehschärfe, Entwicklung des
Nervensystems und Verhalten andererseits. Bei adäquater Ernährung
der Mutter reichen die in der Muttermilch enthaltenen Mengen an
langkettigen PUFAs (einschließlich DHA) in der Regel aus, um den
bestehenden Bedarf zu decken. Eine Studie zum DHA-Gehalt der
Muttermilch bei Frauen in Pakistan und in Holland ergab signifikant
niedrigere DHA-Werte bei den Probandinnen in Nordpakistan, wobei die
ermittelten Werte direkt mit dem geringeren Fischverzehr
korrelierten.(20) Gegenwärtig ist auch umstritten, ob
Säuglingsnahrung, die nur Linolsäure und Alfa-Linolensäure enthält,
die Entwicklung des Gehirns in ausreichendem Maße unterstützt.(21)
Depression
In mehreren Beobachtungsstudien erwiesen sich niedrige
n-3-PUFA-Konzentrationen als prädiktiv für Impulsivhandlungen und
einen höheren Schweregrad von Depressionen.(22,23) Dopaminerge und
serotonerge Funktionen im frontalen Cortex scheinen von der
Fettsäurezusammensetzung der Nahrung abzuhängen. Möglicherweise
besteht ein Zusammenhang zwischen n-3-Mangel und katecholaminergen
Störungen bei Depressionskranken.(24) Im Rahmen einer jüngeren
Studie konnte in den Erythrozytenmembranen von depressiven Personen
signifikant niedrigere Konzentrationen von EPA und DHA sowie der
n-3-Fettsäuren insgesamt nachgewiesen werden als bei der
Kontrollgruppe.(25)
Diabetes mellitus
Bei Ratten, die Futter mit hohem Anteil an Fischöl und niedrigem
n-6/n-3-PUFA-Quotienten erhielten, blieb die Insulinwirkung
unbeeinträchtigt. Enthielt das Futter dagegen einen hohen Anteil an
gesättigten und einfach ungesättigten Fetten, so führte dies zu
einer ausgeprägten Insulinresistenz in zahlreichen Geweben. Dasselbe
gilt für Futter mit hohem Gehalt an Omega-6-PUFAs.(1) In ähnlichen
Studien von Storlien et al. wurde durch die Zufuhr von 5-10 Prozent
der Nahrungsenergie in Form von Fischöl sogar bei sehr fettreicher
Ernährung die Glukoseaufnahme beschleunigt und die Erhaltung des
normalen Glukosestoffwechsels gefördert.(26) Noch größere Relevanz
kommt der Tatsache zu, dass Fischöl die Glykogenspeicherung
beschleunigt und deshalb selbst in Situationen erhöhter
Fettsäureoxidation eine vermehrte Glukoseaufnahme in die
Skelettmuskulatur ermöglicht.(27) Fischöl verstärkt die Sekretion
von Insulin durch den Einbau von n-3-Fettsäuren in die
Plasmamembran. Dies geschieht in Konkurrenz mit der Bildung von AA,
so dass die AA-Konzentration in der Plasmamembran abnimmt. Die Folge
ist eine geringere Produktion von Prostaglandin E2, das wiederum die
Bildung von cAMP als bekanntem Stimulans der glukoseinduzierten
Insulinsekretion supprimiert. Auf diese Weise fördert Fischöl die
Insulinsekretion in den Betazellen des Pankreas und die Regulation
des Blutzuckers.(28) Bei Diabetikern sollte die Wirkung von Fischöl
auf die Blutlipide evaluiert werden. Eine randomisierte Studie an 41
Typ-1-Diabetikern ergab, dass die Zufuhr von 15 g Fischöl pro Tag
einen statistisch signifikanten Anstieg des LDL-Cholesterins
bewirkte.(29) Dazu muss jedoch angemerkt werden, dass die in dieser
Studie verabreichte Dosis von 15 g Fischöl pro Tag im Vergleich zur
durchschnittlichen therapeutischen Dosis von 5 g/die sehr hoch war.
Rheumatoide Arthritis
Klinische und biochemische Studien dokumentieren, dass Fischöl - und
in geringerem Grade auch Fisch - als Quelle für n-3-Fettsäuren zur
Behandlung der rheumatoiden Arthritis herangezogen werden kann. EPA
und DHA reduzierten in diesen Studien die Eicosanoide und die
proinflammatorischen Zytokine. Nach zweiwöchiger Ernährung mit hohem
Gehalt an Omega-3-Fettsäuren war die Synthese von Interleukin-1 um
20 Prozent zurückgegangen. Nach vier Wochen war diese Wirkung noch
ausgeprägter. Die Synthese von Tumornekrosefaktor-Alpha ging im
Rahmen dieser Ernährung innerhalb von 2 Wochen um 40 Prozent zurück.
Nach vier Wochen war keine signifikante Veränderung erkennbar.(3)
Weitere therapeutische Erwägungen
Andere Studien belegen den erfolgreichen Einsatz von Fischöl in der
Behandlung von akutem Atemnotsyndrom, Psoriasis, Multipler Sklerose
und Dysmenorrhoe.(30-33)
Dosierung
In klinischen Studien waren Dosierungen von 4 g/die wirksam.(13) An
anderer Stelle in der Literatur werden Dosierungen von 1-10 g/die
empfohlen. Die maximal tolerierte Tagesdosis betrug 0,3 g/kg in Form
von Fischölkapseln. Dies bedeutet, dass ein Patient mit einem
Körpergewicht von 70 kg pro Tag bis zu 21 Kapseln à 1 g
verträgt.(34)
Sicherheit
Die Supplementierung mit Fischöl ist im Allgemeinen unbedenklich und
gut verträglich. Es wurden nur wenige Nebenwirkungen beschrieben.
Studien zur Bestimmung der maximal verträglichen Dosis und
dosislimitierender toxischer Wirkungen ergaben, dass als
Nebenwirkungen von Fischöl Durchfälle und andere gastrointestinale
Beschwerden auftreten können.(34) Bedenken wurden u.a. auch im
Zusammenhang mit der möglichen Schwermetallbelastung von Fischen,
insbesondere mit Quecksilber, geäußert. Von der Allgemeinbevölkerung
wird Quecksilber vorwiegend mit der Nahrung aufgenommen, vor allem
durch den Verzehr von Fisch.(35) Qualitätskontrollen sind daher zur
Gewährleistung der Sicherheit unerlässlich. Zur Sicherung einer
entsprechenden Qualität sollten Fischölextrakte einen
Reinigungsprozess durchlaufen, der die Elimination von Umweltgiften
wie Dioxinen, PCBs und Schwermetallen garantiert.
Quelle: Alternative Medicine Review, vol 5.6
(Übersetzung: PreventNetwork)
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GISSI-Präventionsstudie belegt: ein Gramm n-3-PUFA senkt bei
Hochrisiko-Patienten das Sterberisiko um 20% – Vitamin E enttäuschte
dagegen
von Dr. med. Jochen Kubitschek
Noch immer stehen viele Kardiologen
alternativen Therapieansätzen wie beispielsweise dem therapeutischen
Einsatz von Fischölkapseln skeptisch bis ablehnend gegenüber. Daß diese
Haltung mittlerweile nicht mehr berechtigt ist zeigte sich abermals
anhand der GISSI Präventionsstudie ( Gruppo Italiano per lo Studio della
Sopravvivenza nell'Infarto), die im Rahmen des diesjährigen Kongresses
des American College of Cardiology (ACC) in New Orleans vorgestellt
wurde .
Im Verlauf dieser von den Experten als
sensationell bewerteten Untersuchung wurden Postinfarktpatienten mit
hohem kardiovaskulären Risiko zusätzlich zur üblichen Sekundärprävention
täglich mit Fischöl-Kapseln (pro Tag 1 Gramm Omega-3 Fettsäuren).
Die Untersucher machten in New Orleans aus
ihrer Überraschung keinen Hehl, als sie die Ergebnisse der GISSI-Studie
vorstellten, die offenbar ihre optimistischsten Erwartungen weit
übertrafen. Durch die über dreieinhalb Jahre durchgeführte Gabe der
mehrfach ungesättigten n-3-Fettsäuren (n-3-PUFA) wurde das Sterberisiko
der Herzinfarktpatienten signifikant um 20 Prozent gesenkt. Die
Untersucher verwiesen bei der Bewertung dieser günstigen Zahlen auf die
Tatsache, daß sich nahezu alle Patienten bereits vor der Studie mit der
in Italien üblichen "Mittelmeerdiät" ernährt hatten und daher ohnehin
schon eine erniedrigtes Herzrisiko hatten. Daher ist es wahrscheinlich –
so der Leiter der Untersuchung, Dr. Franco Valagussa, daß die vom
Fischöl ausgehende Schutzwirkung bei einer sich weniger gesund
ernährenden Patientenpopulation noch weit bessere Ergebnisse erzielen
würde.
Insgesamt wurden von den Wissenschaftlern
der GISSI-Gruppe 11.324 Postinfarkt-Patienten mit n-3-PUFA sowie Vitamin
E behandelt. Die GISSI-Studie hatte insgesamt vier Therapie-Arme.
Jeweils 2.830 Patienten erhielten n-3-PUFA, Vitamin E, beide Wirkstoffe
in Kombination oder Placebo. Im Schnitt wurden die Studienteilnehmer
dreieinhalb Jahre lang behandelt. Primärer Endpunkt der Untersuchung war
die Kombination von Tod, nichttödlichem Myokardinfarkt oder
Schlaganfall. In der Placebogruppe erreichten 14,4 Prozent der Patienten
einen dieser Endpunkte. Bei denjenigen, die Fischöl nahmen, waren es
12,3 Prozent. Dabei nahmen die Todesfälle von 10,1 auf 8,1 Prozent ab.
Valagussa betonte, daß durch eine Behandlung mit Omega-3-Fischöl-Kapseln
von 1.000 Postinfarkt-Patienten immerhin bis zu 20 Menschenleben
gerettet werden können.
Während sich die Omega-3-Fettsäuren also
selbst bei optimaler sekundärprophylaktischer Basistherapie mit
Acetylsalicylsäure, Betablockern, ACE-Hemmern und/oder Lipidsenkern als
hochwirksam erwiesen, konnte durch die Gabe des antioxidativ wirkenden
Vitamin E keine entsprechende Schutzwirkung belegt werden. Valagussa
ergänzte daher, daß weder die tägliche Gabe von 300 Milligramm des
Vitamins einen signifikanten Einfluß auf das kardiovaskuläre Risiko der
Infarktpatienten hatte, noch die kombinierte Gabe von Vitamin E und
n-3-PUFA. Bei der Bewertung der Ergebnisse der GISSI-Studie ist daher
unbedingt zu beachten, daß es sich bei dem registrierten Therapieffekt
der Fischölkapseln um einen zusätzlich auftretenden Nutzen handelt.
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