Jährlich erkranken in Deutschland rund 100.000 Menschen an
Hautkrebs, 3.000 sterben daran. Die Ärzte unterscheiden drei
verschiedene Formen: den Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom), den
Basalzellkrebs (Basaliom) sowie den schwarzen Hautkrebs (malignes
Melanom).
Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs ist die
UV-Strahlung, sowohl durch die natürliche Sonneneinstrahlung als auch
durch die Benutzung künstlicher Besonnungsgeräte. Die Behandlung von
Hautkrebs erfolgt operativ. Je nach Befund kann auch eine Chemo- oder
Immuntherapie nötig werden.
Früh erkannt, hat Hautkrebs eine hohe Heilungschance. Die jährliche
Untersuchung der Haut gehört bei Frauen ab dem 30. Lebensjahr und bei
Männern ab dem 45. Lebensjahr zum Katalog der kostenlosen
Krebsfrüherkennungsuntersuchungen im Rahmen der gesetzlichen
Krankenversicherung. Wer eine Hautveränderung an sich bemerkt -
insbesondere wenn ein bestehendes Pigment-Mal anfängt zu wachsen oder zu
bluten - sollte sofort zum Arzt gehen.
Bestandteile von Sonnencremes wirken möglicherweise wie Östrogene
Bestimmte Bestandteile von Sonnencremes wirken
möglicherweise wie das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Zu dieser
Erkenntnis kommen Schweizer Wissenschaftler nach der Untersuchung von
sechs Sonnenfiltern.
Im Tierversuch ließen fünf der untersuchten Substanzen, die nicht nur
in Sonnenmilch sondern auch in Lippenstiften und anderer Kosmetika
vorkommen, unter anderem Krebszellen schneller wachsen. Drei Substanzen
führten bei Tieren zudem zu Entwicklungsstörungen.
Eine der untersuchten UVB-Schutzfilter mit dem Abkürzung 4-MBC
(Methylbenzyliden Camphor), eine der am häufigsten verwendeten
Sonnenschutz-Substanzen, zeigte eine besonders starke Wirkung. Margret
Schlumpf vom Institut für Pharmakologie und Toxikologie an der
Universität Zürich vermischte den Stoff mit Ölivenöl und trug ihn auf
die Haut von Laborratten auf. Schlumpf berichtet im britischen
Wissenschaftsmagazin "New Scientist", dass bei den weiblichen Ratten die
Gebärmutter daraufhin doppelt so schnell wuchs wie gewöhnlich. "Das hat
uns sehr überrascht," berichtet Schlumpf, "denn wir haben die gleiche
Konzentration benutzt, wie sie in Sonnencremes erlaubt ist".
Lediglich der UVA-Filter mit dem Namenskürzel "B-MDM" zeigte bei den
Tests keine schädliche Wirkung. Doch ob die Wirkungen aus den
Tierversuch überhaupt den Menschen überhaupt übertragbar sind, möchte
Schlumpf nicht sagen. " Dazu benötigen wir weitere Tests", sagt die
Wissenschaftlerin. Schlumpf fordert zudem, dass auch 25 andere in
Sonnenschutzmitteln verwandte Substanzen untersucht werden sollten.
Beunruhigt hat die Wissenschaftlerin, dass sich die Chemikalie 4-MBC
auch in Fischen anreichere, wenn in den Gewässern Menschen schwammen. Es
ist bereits länger bekannt, dass solche als Östrogen wirkenden Mittel
bei Fischen zu Zwittern führen können.