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Fischölkapseln als Nahrungsergänzung?
Fischöle enthalten zwei langkettige Fettsäuren,
Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexensäure (DHA), die die Synthese
von Prostaglandinen beeinflussen, die
regulierende Funktionen erfüllen. Fischölen werden viele positive
Wirkungen nachgesagt: man glaubt, dass sie die Gesundheit im Ganzen
verbessern und bei vielen Beschwerden helfen können.
Diese Fettsäuren werden im Plankton und in den
Seegräsern gebildet, welche die Nahrung für die Fische darstellen.
Aufgrund ihres extrem tiefen Festpunktes benötigen pflanzliche und
tierische Lebewesen in kalten Gewässern diese Fettsäuren, um nicht zu
erstarren und geschmeidig zu bleiben. Die für den Menschen wichtigsten
Omega-3-Fettsäuren sind die Docosahexaensäure (DHA) und die
Eicosapentaensäure (EPA).
Der menschliche Organismus kann aufgrund seiner
Enzymausstattung aus anderen mit der Nahrung zugeführten
Omega-3-Fettsäuren, wie z.B. aus der "Muttersubstanz" der
"Omega-3-Fettsäuren-Familie", der Alpha-Linolensäure, nicht immer die
erforderlichen Mengen an DHA und EPA herstellen. DHA und EPA werden
jedoch vom menschlichen Organismus dringend als biochemische Bausubstanz
für zahlreiche Zellstrukturen benötigt, so z.B. für die Lipidmembranen
aller Zellen und für bedeutende lokale Botenstoffe, welche
Prostaglandine, Leukotriene und Thromboxane genannt werden.
Diese Substanzen sind letztendlich
verantwortlich dafür, ob die Fließeigenschaften des Blutes günstig sind,
oder ob die Zähigkeit (Viskosität) des Blutes erhöht ist und somit eine
Verschlechterung der Durchblutung sowie eine Thromboseneigung
resultieren. Die Bedeutung des Fischöls mit seinen hochwertigen DHA- und
EPA-Substanzen wird noch durch folgende Tatsachen erhöht:
- Die Familie der Omega-3-Fettsäuren
kommt ohnehin in der mitteleuropäischen und amerikanischen Ernährung
kaum vor.
- Die Omega-3-Fettsäuren (Alpha-Linolensäure,
DHA, EPA) konkurrieren im menschlichen Organismus mit den
Omega-6-Fettsäuren ( Linolsäure, Arachidonsäure,
Gamma-Linolensäure) um das gleiche Enzymsystem.
Da bei der mitteleuropäischen und
amerikanischen Ernährung neben den im Übermaß vorhandenen gesättigten
Fettsäuren nur noch die Linolsäure und Arachidonsäure aus der Familie
Omega-6-Fettsäuren reichlich zugeführt werden (z.B. im Sonnenblumenöl,
in Margarine, Fritierfetten und tierischen Produkten), haben die
Omega-3-Fettsäuren kaum eine Chance, an das Enzymsystem zur
Weiterverarbeitung zu gelangen: sie sind in der Minderzahl und "kommen
nicht dran". Die Folge dieser Situation ist, daß z.B. vorwiegend die
Folgeprodukte der "bösen" Arachidonsäure gebildet werden, nämlich
die Leukotriene der sog. 4er-Serie, welche
Entzündungen und Allergien fördern oder womöglich sogar verursachen.
Omega-3-Fettsäuren und Fischöl
sind in der Nahrung der Mittelmeervölker, Japans und Grönlands reichlich
vorhanden. Da in diesen Regionen Herzinfarkt und Hirnschlag weit weniger
häufig vorkommen als in Mitteleuropa und den USA, wurde man auf die
Omega-3-Fettsäuren aufmerksam. In der Folgezeit haben sich die
Biochemiker mit diesen Substanzen beschäftigt. Die Aufdeckung des
Stoffwechsels der Omega-3-Fettsäuren und der sog. Eicosanoide führte
1982 zum Nobelpreis für Medizin.
Der im Alltagsleben zu verwirklichende Kern
dieser bahnbrechenden Entdeckungen der Nobelpreisträger läßt sich wie
folgt zusammenfassen: Durch relativ leicht zu verwirklichende
Umstellungen der Ernährung läßt sich die Häufigkeit zahlreicher
Erkrankungen drastisch vermindern.
Durch die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren,
insbesondere von DHA und EPA im Fischöl, sind insgesamt folgende
günstigen Veränderungen zu erwarten:
 | Verbesserung der Fließeigenschaften des
Blutes und somit der Durchblutung |
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Verminderung des Risikos für Arteriosklerose, Herzinfarkt,
Hirnschlag und Thrombosen |
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Senkung der Blutfette (Triglyceride) und des LDL-Cholesterins |
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Senkung des Blutdruckes |
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Dämpfung von Herrzrhythmusstörungen |
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Kann bei
Nierenbeschwerden hilfreich sein und u. U. den Wirkungen einiger
Immunsepressiva entgegenwirken. |
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Beugt u.
U. Krebs vor, insbesondere Brustkrebs. |
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Kann
Schuppenflechte entgegenwirken und zu ihrer Behandlung herangezogen
werden. |
Infolge der Konkurrenz zwischen der "bösen"
Arachidonsäure (im Fleisch aus Massentierhaltung, im Sonnenblumenöl) und
der „guten“ Eicosapentaensäure (EPA) (im Fischöl) wird bei
reichlicher Zufuhr von EPA die Arachidonsäure vom Enzymsystem verdrängt,
so daß die entzündungsfördernden Leukotriene der sog. 4er-Reihe
aus der Arachidonsäure vermindert gebildet werden, während die
"guten" Leukotriene der sog. 5er-Reihe aus
der EPA vermehrt gebildet werden können. Dies wirkt sich günstig bei
Allergien, Asthma bronchiale, Neurodermitis, chronisch-entzündlichen
Erkrankungen ( M. Crohn, Colitis ulcerosa, Thyreoiditis Hashimoto,
Rheuma, Arthritis, Psoriasis, Multiple Sklerose), Migräne,
prämenstruellem Syndrom, Regelbeschwerden und Wechseljahrsbeschwerden
aus.
Omega-3-Fettsäuren sind damit Gegenspieler der
Arachidonsäure und helfen, Entzündungsprozesse zu drosseln.
Dosierung:
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Menschen, die an Arthritis oder
Schuppenflechte leiden, können bis zu 4 g/ Tag einnehmen. |
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Als Nahrungsergänzung ohne
ärztliche Beratung, sind bis zu 1 g/ Tag
empfehlenswert. |
Die unkontrollierte Einnahme von Fischöl kann zu
Nebenwirkungen führen
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...Omega-3-Fettsäuren
verändern die Fließeigenschaften des Blutes. So haben Eskimos
eine verlängerte Blutungszeit, das heißt, es dauert länger, bis
das Blut gerinnt. Dieses gilt zum einen als Schutz vor
Kreislauferkrankungen, zum anderen werden bei Verletzungen
verstärkte Blutungen beobachtet, was auch gefährlich sein kann.
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...Die
in Fischölkapseln enthaltenen Fettsäuren sind sehr
oxidationsempfindlich. Die Gelatinekapseln lassen den
Luftsauerstoff durch, der die Fettsäuren nach und nach oxidiert.
Diese oxidierten Fettsäuren haben keinen positiven Effekt,
sondern müssen vom Körper unschädlich gemacht werden.
Empfehlenswert ist die Einnahme in Kombination
mit Antioxidanzien (Vitamin C, Vitamin E
und Selen). |
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...Bei
Aufnahme von größeren Mengen können Übelkeit und Brechreiz
auftreten. |
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...Für
Diabeteker können Fischöle schädlich sein; sie führen zu einem
Blutzuckeranstieg und einer Abnahme der Insulinsekretion. |
Ein Vorteil von hochwertigen
Fischölkapseln als Nahrungsergänzung ist die kontinuierliche,
tägliche Aufnahme. Achten Sie jedoch darauf, dass nicht billige
Fischabfälle zur Herstellung verwendet wurden. Optimal sind Produkte
die aus Tiefseefisch hergestellt werden, da diese Tiere weniger mit
Schadstoffen belastet sind, in Verbindung mit
Antioxidantien,
die die Oxidierung der mehrfach ungesättigten Fettsäuren verhindern
können.
Natürliche Nahrungsmittelquellen
sind vor allem Heringe, Lachse,
Thunfisch und Krabben.

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