Heilfasten
Heil oder Unheil für den Körper?
Religiöse Gründe, aber auch das schlechte
Gewissen treiben zur Zeit wieder viele Deutsche in den Verzicht. Für
Tage oder gar Wochen stehen nur noch Wasser, Saft oder Gemüsebrühe auf
dem Speiseplan.
Zur Entschlackung, zur Gewichtsabnahme
oder auch nur, um den eigenen Körper ganz neu zu erfahren. Doch nicht
für jeden ist eine Fastenkur geeignet. Denn der Mangel an Eiweißen,
Nährstoffen und Spurenelementen stellt selbst für den gesunden Körper
eine große Belastung dar.
Was passiert beim Fasten?
Wenn von außen nichts angeboten wird, bedient sich der Körper aus
sich selbst - bei den Fettreserven ist das zwar erwünscht. Die
Umstellung auf die Fettverbrennung stört aber die Funktion der Nieren und kann bei gefährdeten
Personen Stoffwechselstörungen auslösen (z.B. einen Gichtanfall).
Außerdem holt sich der Organismus die für ihn notwendigen Proteine,
indem er Muskelmasse abbaut - in Extremfällen kann hierdurch auch der
Herzmuskel angegriffen werden. Mit fatalen Folgen für das wichtigste
Organ unseres Körpers!
Wer sich nur noch von Wasser oder Tee ernährt, läuft außerdem Gefahr,
dass sein Körper an lebensnotwendigen Vitaminen und Spurenstoffen
verarmt.
Ist Fasten dennoch sinnvoll?
Die Frage nach Sinn und Unsinn einer Fastenkur sollte jeder für sich
selbst - in Absprache mit seinem Arzt - beantworten. Denn besonders
stark Übergewichtige können zwar durch eine längere Fastenkur nicht eine
langfristige Gewichtsreduktion erreichen, möglicherweise aber einen
Einstieg in eine neue Lebensweise mit veränderten Essgewohnheiten.
Der Begriff der "Entschlackung" ist übrigens - obwohl er noch
immer durch die Literatur geistert - aus der Sicht von Fachleuten
überholt. Denn im normalen Organismus werden alle
Stoffwechselendprodukte über die entsprechenden Organe ausgeschieden. Zu
einer Ansammlung von schädlichen Stoffwechselprodukten, den
"Schlacken", die mit Hilfe einer Fastenkur ausgeschieden werden
müssten, kommt es also nicht.
Worauf sollten Sie achten, wenn Sie den
totalen Verzicht üben wollen?
1. Ärztliche Kontrolle ist wichtig
Aus den oben genannten Gründen sollten nur gesunde Erwachsene
längere Zeit eine Fastenkur machen. Wer vor hat, länger als drei Tage zu
hungern, sollte unbedingt vorher seinen Arzt befragen. Denn nur
der Fachmann kann beurteilen, ob Ihr Körper mit der
Stoffwechselumstellung auch klarkommen kann.
Da mit dem Nahrungsverzicht auch eine Reihe von gesundheitlichen
Komplikationen einhergehen kann, sollten Sie gerade bei längeren
Fastenphasen auf jeden Fall unter ärztlicher Kontrolle stehen. Bei
Herzkreislaufstörungen, Müdigkeit oder Hinweisen auf die oben genannten
Stoffwechselstörungen sollte die Kur unbedingt abgebrochen werden.
2. Spurenstoffe, Proteine und viel
Flüssigkeit
Wer fastet, sollte viel trinken. Mindestens drei Liter pro
Tag sind absolut notwendig, um die Nieren zu entlasten und
Stoffwechselstörungen zu verhindern.
Wer nur noch Wasser oder Tee zu sich nimmt, verarmt an Mineralien und
Vitaminen. Nehmen Sie in jedem Fall noch entsprechende
Spurenstoff-Präparate zu sich oder trinken Sie reichlich Obstsäfte und
Gemüsebrühen.
Um den gefährlichen Proteinabbau im Organismus zu verhindern, wird
empfohlen, zusätzlich ca. 30 g hochwertiges Eiweiß täglich zu sich zu
nehmen.
3. Nur eine langfristige
Ernährungsumstellung verhilft zum Idealgewicht
Wer mit der Fastenkur seinem Traumgewicht näher kommen will,
sollte die Fastenzeit nutzen, um eine Änderung seiner Essgewohnheiten in
Angriff zu nehmen. Denn wer hinterher wieder zu Schweinshaxe und
Süßigkeiten greift, hat am Ende mehr Kilo auf der Waage als vorher.
4. Keine Macht den Drogen!
Sicherlich unnötig zu erwähnen: Während der Fastenzeit sind
Alkohol, Zigaretten, Kaffee und sonstige Drogen selbstverständlich tabu.
