Was in den USA schon lange in Supermärkten als
Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird, hat hierzulande einen schweren
Stand.
Vitamin C & Co
Warum die Pharmaindustrie Nahrungsergänzungsmittel
bekämpft
Dass er einen hochwertigen Treibstoff für sein Auto
braucht, muss man dem Menschen kaum erklären. Geht es jedoch um den
Treibstoff für seinen eigenen Körper, geht es um seine Nahrung, dann stößt
man - sogar bei vielen Ärzten - auf erstaunliche Unkenntnis. Nicht umsonst
tummeln sich in diesem Bereich selbsternannte Gurus aller Art, und eine
überflüssige "Diät-Revolution" löst die nächste ab.
Wer weiß schon wirklich Bescheid? Kohlenhydrate, Fette
und Proteine sind die Basis unserer Nahrung, so wie Rohöl die Basis des
Benzins ist. Doch erst die Raffinerie macht aus Öl Benzin. Damit ein
Otto-Motor diesen Rohstoff überhaupt verwerten kann, müssen Additive
zugesetzt werden. Ähnlich verhält es sich mit unserer täglichen Nahrung. Man
kann den Magen mit einer Raffinerie vergleichen. Die Additive hat die Natur
genialer Weise gleich mit in die Nahrung verpackt. Es sind Mikronährstoffe
oder auch Vitalstoffe, Zellschutzkomplexe, Antioxidantien. Dabei handelt es
sich um Vitamine, Spurenelemente und Mineralien - Substanzen, die nur in
winzigen Mengen in der Nahrung vorkommen und dennoch, wie die
Benzinadditive, über die eigentliche Qualität entscheiden. Sie sind sogar so
entscheidend, dass der Mensch an Skorbut oder Beri-Beri stirbt, wenn sie
fehlen. Zu viele Kalorien, zuwenig Mikronährstoffe. Die Basis unserer
Nahrung ist wie das Feuer für unseren inneren Ofen, während die
Mikronährstoffe als Feuerwehrleute den Brand ständig kontrollieren. In den
letzten Dekaden hat der Mensch das Feuer durch viele Faktoren enorm
angeheizt, d.h. die Oxidationen erhöht und gleichzeitig - unwissentlich -
die Zahl der Feuerwehrleute, d.h. die Mikronährstoffe drastisch gesenkt.
Die Folge ist eine Zunahme unkontrollierter „Brände"
(schädigender Oxidationen). Sehr lange wusste man praktisch nichts über die
tatsächlichen Funktionen der Mikronährstoffe und auch heute gehört ihre
überlebenswichtige Bedeutung keineswegs zum Allgemeinwissen. Dabei bietet
z.B. die orthomolekulare Medizin längst wissenschaftlich untermauerte
Fakten. Inzwischen kann man bei etwa 200 meist chronisch verlaufenden
Erkrankungen, von Arteriosklerose, über MCS, Allergien, Herzinfarkte bis hin
zu Krebs nachweisen, dass sie durch einen Jahre, Jahrzehnte oder gar
lebenslangen Mangel an Mikronährstoffen entstehen.
Der westliche Mensch ist zwar überernährt was die
Kalorien angeht, jedoch gleichzeitig mangelernährt was die Mikronährstoffe
betrifft. Positiv formuliert: Eine ausreichende Versorgung mit
Mikronährstoffen schützt ihn.
Raucher mit einem erhöhten Betakarottenspiegel
erkranken viel seltener an Lungenkrebs, erhöhte Vitamin-C-Spiegel senken das
Infarktrisiko (Arteriosklerose), erhöhte Zinkzufuhr verkürzt grippale
Infekte, Kombinationen aus Betakarotin, Vitamin E und C senken die
Sterblichkeit bei Krebs, erhöhte Vitamin-E-Spiegel lindern rheumatische
Prozesse usw. usf.
Man stellte dabei u.a. fest, dass die von der Deutschen
Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Dosierungen für Vitamine & Co.
völlig an der Sache vorbeigehen. Während die DGE z.B. 12 IE Vitamin E
empfiehlt, rät die renommierte Berkeley Universität schon längst zu 200 -
800 IE Vitamin E täglich. Wissenschaftliche Studien werden ignoriert. Was
wie eine nüchterne wissenschaftliche Feststellung klingt, entpuppt sich bei
genauerem Hinsehen als Vorbote grundlegender gesellschaftlicher
Veränderungen. Als erstes hat das die Pharmaindustrie erkannt. Über
unzählige Handlanger mit einem "Dr." oder "Prof." vor dem Namen versucht sie
Vitamine & Co über die Medien in Verruf zu bringen. Frei nach dem Motto,
dass man Otto Normalverbraucher ohnehin jeden Unsinn erzählen kann, da er
keine Ahnung hat, tischen die "Pharmas" den widersprüchlichsten Blödsinn
auf.
So ist man krampfhaft bemüht, Nahrungsergänzungsmittel
zu Medikamenten zu erklären und warnt vor (nicht vorhandenen)
Nebenwirkungen. Als Medikament wären hoch dosierte Mikronährstoffe
zulassungspflichtig- und damit weg vom Markt. Denn eine Zulassung kann sich
heutzutage nur die Pharmaindustrie finanziell leisten - und die wird den
Teufel tun. Die Hysterie der Pharmaindustrie in Sachen hoch dosierte
Ergänzung der Nahrung mit Vitamin & Co ist verständlich. Denn es geht ihren
satten Gewinnen an den Kragen, wenn allgemein bekannt wird, dass eine simple
Erhöhung der Vitamin E Zufuhr (auf 200 IE) das Infarktrisiko um 34% senkt
(Nurses Health Study, 1993), während die chemischen Basteleien der „Pharmas“
wie z.B. Cholesterinsynthesehemmer dieses Risiko nur um 7% senken, von
Kosten und Nebenwirkungen ganz zu schweigen. Wenn der Bürger erst mal
begriffen hat, dass allein die Zufuhr von 200 mg Selen sein Risiko, an
bestimmten Krebsarten zu sterben, um 50% senkt (National Prevention of
Cancer Studie, Prof. Clark), während die „Pharmas“ keinerlei Vorsorge zu
bieten haben.
Eindeutige Studien werden komplett ignoriert oder als
nichts sagender "Kleinkram" bagatellisiert. Dass die oben erwähnten Studien
(nur zwei von Hunderten!) von der Regierung getragen werden - die „Nurses Health Studie“ läuft seit über 10 Jahren und umfasst inzwischen knapp
100.000 Personen - das übersehen die Pharmagiganten lieber.
Man kann nur vermuten, dass sie nicht mal über Internet
verfügen, denn unter dem Stichwort MEDLINE erhält man Zutritt zu den
Datenbanken der Suchmaschinen weltweiter wissenschaftlicher
Veröffentlichungen und Bibliotheken und wird mit handfesten Informationen
über Mikronährstoffe geradezu erschlagen. Verlängertes Leben. Es betrifft
jedoch nicht nur die Pharmaindustrie, sondern den gesamten
medizinisch-industriellen Komplex.
Dieser Komplex ist der größte Arbeitgeber der
Bundesrepublik. Wenn deren Milliardenumsatz nur um 20% zurückgeht,
weil die Bevölkerung weniger krank ist, dann bricht ein ganzes System
zusammen. Da eine konsequente Ergänzung mit Mikronährstoffen die
Krankheitsrate senkt, steigt zwangsläufig die durchschnittliche
Lebenserwartung. Nicht nur in Sachen Rentenfinanzierung ein Riesenproblem.
Vollends unüberschaubar sind die Konsequenzen, wenn sich am Menschen das
bewahrheitet, was in Tierversuchen eindeutig bewiesen wurde: Eine
konsequente Zufuhr von Mikronährstoffen verlängert die Lebensdauer.
Nicht umsonst bemüht man überall die Mär, dass eine
ausgewogene Ernährung den Menschen ausreichend mit Mikronährstoffen
versorge. Tatsache ist jedoch, dass u.a. das Lebensmittellabor in Karlsruhe
schon längst das Gegenteil festgestellt hat - aber das verschweigen sie
lieber.
Für die Insider bekommen die Argumente der
Bedenkenträger mehr und mehr die Qualität von Büttenreden.
Nahrungsergänzungsmittel sollen zu Medikamenten erklärt werden, die in den
USA und den Niederlanden schon seit Jahren dort stehen, wo sie hingehören:
im Supermarkt. Die gleichen Substanzen, die in groß angelegten Studien ihren
gesundheitlichen Segen bewiesen haben, sollen für den Normalbürger plötzlich
bedenklich sein.
Jan van Lunteren

J. van Lunteren ist Vorsitzender des
HiLife e.V., eines
Vereins, der sich seit über zehn Jahren vor allem mit Mikronährstoffen und
ihren therapeutischen Einsatzmöglichkeiten auseinandersetzt. Er studierte
Medizin und ist heute wissenschaftlicher Journalist und Buchautor.
siehe auch:
DGE
