Darmreinigungssysteme im
Überblick
Von Barbara Simonsohn
Quelle: CO'MED - Fachzeitschrift für
Complementär-Medizin, 12/2001
Darmreinigungskuren
sind „in". Franz Xaver Mayr, österreichischer Darmspezialist, wird
wieder viel gelesen. Er sagte: „Der Tod sitzt im Darm" und fand
heraus, dass fast alle Krankheiten besser wurden oder sogar
verschwanden, wenn der Darm gesund war. Heutzutage ist der Darm durch zu
viel Stress, tierisches Eiweiß
.Alkohol und Kaffee sowie Fertignahrung und „Junk Food" zusätzlichen
Belastungen ausgesetzt Der Darm ist die „Wurzel der Pflanze Mensch"
(Franz Xaver Mayr)
Wussten Sie, dass die Oberfläche des
Dünndarms, der aus Tausenden von kerzen-förmigen Ausbuchtungen -Darmzotten
- besteht, auseinander gewalzt so groß wie ein Fuß-ballfeld von etwa
4000 Quadratmetern wäre? Und dass
wir im Idealfall etwa 2,5 Kilo
„gute" Darmbakterien haben,
die unsere Nahrung aufschließen und uns vor Schadstoffen
und Erregern schützen, und die wir
durch
ballastreiche Kost wie Flohsamenschalen füttern und „bei Laune
halten" sollten? Oder dass
allein der Dünndarm eines Erwachsenen sieben bis neun Meter lang ist?
Oder dass im Darm der
Hauptsitz unseres Immunsystems angesiedelt ist?
Die Verschlackung der Darmzotten kann zu Gesundheitsstörungen und
Mangel-zuständen
selbst bei gesunder,
vitalstoffreicher Ernährung führen, weil Nährstoffe nicht optimal
ausgenutzt werden können.
Es kann zu einer Selbstvergiftung des Organis-mus über den Darm kommen.
Im Dünndarm findet die Assimilation der Nahrung statt,
während der Dickdarm im Wesentlichen nur noch die
Aufgabe hat, das, was der Körper
nicht brauchen kann, durch Eindicken für die Ausscheidung vorzubereiten.
Wer dies versteht, begreift
auch, warum die „Colon-Hydro-Therapie^ oder Einlaufe, die ausschließlich
den Dickdarm erreichen, nur
von begrenzter Wirkung sein können.
Im sieben bis neun Meter langen Dünndarm findet die eigentliche
Verdauungsleistung, das Aufschließen und
die Aufnahme der Nährstoffe, statt:
Ideal ist es, dem Darm einmal im Jahr für mindestens zehn
Tage „Urlaub" zu gönnen und zu fasten. Morgens und
eventuell abends sollte ein
Bittersalz-Trank eingenommen werden. Man nimmt dazu morgens einen
flachen Teelöffel Bittersalz
oder Magnesiumsulfat (Apotheke) in einem viertel Liter Wasser gut
verrührt zu sich. Mit dieser laut Dr. Renate Collier „physiologischen
Lösung" - das menschliche Blut
enthält etwa gleich viel Salz - werden die Darmzotten umspült und
Ablagerungen ausgeschieden. Es kann nicht zu
einer Rückvergiftung durch Schlacken
über die Darmwand ins Blut kommen. Diesen Bittersalz-Trank kann man
kur mäßig beim Fasten, für
vier Wochen oder auch für unbegrenzte Zeit ohne Nebenwirkungen
einnehmen. Es gibt
Darmreinigungskuren auf dem Markt, wie die Gray-Kur ödet die
Clean-me-out-Kur, welche Kräuter aus
konventionellem Anbau enthalten.
Pestizide und andere Agrargifte
sind »Gift" für unsere empfindliche Darmschleimhaut!
Die Clean-me-out-Methode arbeitet
mit Abführmitteln: Der Darm sollte aber lernen, sich selbst zu reinigen
und aus eigener Kraft zu entleeren.
Abführmittel,
auch pflanzliche wie
Sennesblätter,
erschlaffen immer den Darm, wodurch die wichtige Peristaltik gestört
sind. Daher kann ich solche Darmreinigungskuren nicht
befürworten!
60 Prozent aller Frauen jenseits
des 50. Geburtstages greifen regelmäßig zu Abführmitteln, eine
erschreckende Zahl. Wer mit
Abführmitteln einmal anfängt, bei dem funktioniert die Verdauung sehr
schnell überhaupt nicht mehr „ohne". Fatal, dass einige Ärzte behaupten,
eine tägliche Entleerung sei nicht nötig, zwei Mal die Woche reiche.
Entzündungen mit der
möglichen Ent-wicklung von Dickdarmkrebs sind vorprogrammiert! Das
Clean-me-out-Programm betrachte ich
außerdem als überteuert. Es kostet
mehr als 500 Euro.
Eine sanfte und gleichzeitig
gründliche Darmreinigungs- und Vitalisierungsmethode aus den USA,
„Èjuva", macht seit drei Jahren auch in Deutschland Furore:
Diese Kur wurde von Rohköstlern
entwickelt und verwendet 93 spezielle Krauter aus Wildwuchs oder
Bio-Anbau, zum Beispiel aus
Indien, China, Neuseeland und den USA, die eine sanfte und gründliche
Reinigung des Darms und eine
Wiederherstellung der körperlichen Homöostase durch den Aufbau einer
gesunden Darmflora bewirken.
Die Kur besteht aus vier Phasen:
Die ersten beiden Phasen
lockern Kot- und Schleimab-lagerungen im Darm, die dann in Phase drei
und vier zur Ausscheidung
kommen. In der vierten Phase wird keine feste Nahrung gegessen, sondern
außer den Präparaten täglich
vier Kombi-Shakes getrunken,
außerdem frischen Frucht- und Gemüsesäfte. Die Hersteller legen großen
Wert darauf, dass in der
sensiblen Phase der Darmreinigung nur unbelastete Bio-Pflanzen verwendet
werden. Das Ejuva-System aus Bremen ist zwar gut, aber eben auch mit
knapp 500 Euro nicht gerade billig.
In der Zwischenzeit habe ich ein
weiteres gutes und preiswertes Darmreinigungsprogramm kennen gelernt und
ausprobiert:
Die „Colon Formula" von der englischen Firma« „Life Plus", die
seit 1936 (!) mit natürlichen
Nahrungsergänzungen auf dem Markt ist.
Vorteil;
Die Zutaten sind alle natürlich und
aus Bio-Anbau, und die Herstellung erfolgt bei Körpertemperatur, alle
pflanzliche Enzyme sind noch intakt. Eine Packung (700 Gramm) kostet
etwa 40 Euro. Für das, was
man mit dem „Colon Formula"-System erreichen kann, nämlich eine
gründliche Darmreinigung und
Aufbau einer gesunden Darmflora,
sind dies sehr moderater Preise.
Das Produkt enthält eine patentierte
Mischung aus Lysozyme-Enzymen mit Grape-fruit-Enzymen, Bromelain und
Papain aus der Papaya-Frucht,
und eine stabilisierte Mischung nützlicher Micro-Flora einschließlich
Lactobazillus
Salivarius, Lactobazillus Acidophilus, Lactobazillus Bulgaricus und
Lactobazillus Bifidus.
„Colon Formula" ist auf
„Phytozyme-Basis" hergestellt, das heißt, die Inhaltsstoffe sind an
spezielle Krauter gebunden, und
Pflanzen-Nährstoff-Co-Faktoren und
Pflanzenenzyme sorgen für eine hohe Bioverfügbarkeit.
Natürlich sind darin keine
Konservierungsstoffe, kernen Zucker, Starke, Weizen, Hefe, Korn, Milch,
Sojaderivate, künstliche
Geschmacksstoffe oder Farbzusätze enthalten.
Im „Colon Formula"-Pulver sind
Psyllium-Samen und Psyllium-Samen-Schalen ent-halten außerdem
Flachssamen, Meeresalgen,
Rote-Beete-Pulver, Blatter der schwarzen Walnuss, Mannitol und eine
Acidophilus-Kultur. Wie ein
Schwamm saugen die Floh-samenschalen Darmgifte auf und erhöhen
gleichzeitig das Darmvolumen, was eine zügige
Darmentleerung zur Folge hat
Naturheilarzte machen giftige Abfallprodukte im Darm, die m den
Darmtaschen faulen, für Entzündungen der Darmschleimhaut -
Diverticulitis - sowie Darm- und andere Krebsarten verantwortlich,
Das Präparat löst nach und nach
den Schleim an den Darmwänden auf:
Wenn man diese Kur macht, stellt man
fest, dass sich manchmal Schleimstreifen und alle möglichen schlecht
riechenden Ablagerungen im
Stuhl befinden. Das Abwerfen von körperlichem Ballast wird auch oft
durch eine seelische
Reinigung begleitet, indem Themen zum Beispiel in Träumen auftreten, die
mag für längst vergessen und erledigt hielt.
Die vielen Faserstoffe in „Colon
Formula" sind ein ideales „Futter" für die mehr als 80 Billionen (!)
Darmbakterien, die etwa
2,5 Kilo unseres Körpergewichtes
ausmachen: Darmbakterien
produzieren wichtige Vitamine wie Vitamin B 12, und sind für einen
gesunden pH-Wert im Darm
zuständig. Durch die Pflege physiologischer Darmbakterien können sich
keine Pilze wie Candida Albicans bilden und
vermehren. Verschiedene Kräuter in
„Colon Formula" reinigen zusätzlich den Darm von Ablagerungen.
Verschiedene puderförmige
Bentonite, natürlicher Lehm/Ton, bauen Gifte ab. Alginate, ist eine
Meeresweiden-Substanz, die giftige
Metalle und Umweltgifte absorbiert,
speziell Aluminium, das der Körper normalerweise nur schwer absorbieren
kann.
Aluminiumbelastung kann zu
Alzheimer, Depressionen und Psychosen Ähren und den Herzmuskel
schädigen. Alginate hält das gelöste Aluminium im
Verdauungstrakt, so dass es mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann, und
nicht über die Galle resorbiert
werden kann. „Colon Formula"
ist ein Pulver, was man in Wasser oder Saft einrühren kann und entweder
morgens oder abends einnimmt. In den ersten Tagen, zu Beginn der
Reinigungsphase, können Blähungen auftreten. Im Laufe der Kur kann man
dann feste Ablagerungen beobachten, die teilweise Jahre alt sein können.
Wo* die Kur macht, kann sofort einen spürbaren Effekt wahrnehmen. Da die
Rück-vergiftung über den Darm ins Blut aufhört, fohlt man sich klarer
und besser gelaunt Außerdem
werden Nährstoffe zum Beispiel in Obst und Wildkräutern viel besser
aufgenommen, wenn die Darmzotten von Schlacken befreit sind.
Wenn der Stuhl wohlgeformt und fast
geruchlos ist, man keine Blähungen oder sonstige Verdau-ungsstörungen
hat und man sich rundherum
wohl fühlt, kann man die Kur beenden, man kann sie aber auch in geringer
Dosierung für unbegrenzte Zeit fortsetzen, damit es erst gar
nicht wieder zu Schlacken und Ablagerungen im Darm kommt und die
Darmflora durch Faser-stoffe und
Kräuter ständig „gefüttert" und gepflegt wird.
Über die Autorin:
BARBARA SIMONSOHN studierte
Sozialwissenschaften und schloss ihr Studium als Diplom-Politologin ab.
Später entschloss sie sich,
etwas über biologischen Land- und Gartenbau zu lernen und besuchte die
Findhom-Gemeinschaft in Schottland, sowie den bio-dynamischen Hof von
Baldur Springmann, dem bekanntesten Öko-Bauer Deutschlands.
Die Autorin beschäftigt sich seit 20
Jahren mit dem Thema Ernährung und ließ sich von der Naturheilärztin Dr.
Renate Colloier zur Azidose- und Fastenleiterin ausbilden.