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Aerobes versus anaerobes Training
Aerobes Training, welches
wörtlich übersetzt "Training
mit Sauerstoff" bedeutet, erfolgt dann, wenn Sie
kontinuierlich Ihre großen Muskelgruppen wie z.B. ihre Beine bewegen.
Diese Übungen stellen eine gesteigerte Herausforderung an Herz-, Lungen-
und Muskelzellen dar. Durch ein derart gutes Ausdauertraining kommt es
zu einer besseren Sauerstoffnutzung des Organismus. Es ist nicht so
intensiv, dass es Schmerzen verursacht, die durch den Anfall von
Milchsäure im Muskel normalerweise auftreten würden.
Bei anaeroben Übungen - Training
ohne oder mit verminderter Sauerstoffzufuhr
im Muskelgewebe - wird während des Trainings der gesamte Sauerstoff
verbraucht, es kommt dabei zu einer Überbeanspruchung der Muskulatur.
Dabei entsteht zuerst Laktat, danach Laktatsäure und diese führt statt
zu Wohlbefinden nur zu einem Muskelkater. Anaerobe Übungen empfehlen
sich nur für geübte Sportler, nicht für Überehrgeizige, die im
Fitnesscenter gleich die schwersten Gewichte stemmen wollen.
In der Januar-Ausgabe 1999 des
Sports Medicine Bulletin
wurde eine Empfehlung über das individuell richtige Trainingsschema mit
adäquaten Belastungen für Sportler gemeinsam vom American College of
Sports und dem United Olympic Committee veröffentlicht.
Die Amerikaner unterscheiden zwischen gesundheitsassoziierter und
fitnessassoziierter physischer Aktivität:
 | Gesundheitsaktivitäten
sollen eine oder mehrere gesundheitsabhängige Variablen wie z.B.
Blutdruck, Stress, Körperfett, Herz-Kreislauf-Erkrankungsrisiko,
Krebs, Zuckerkrankheit etc. positiv beeinflussen.
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 | Fitnessaktivitäten
sollen die Leistung in bestimmten Sportbereichen wie z.B:
Ausdauer, Zeit, Performance fördern. |
Natürlich gibt es bei diesen beiden Gruppen häufig Überschneidungen.
Viele Fitnessaktivitäten verbessern auch Gesundheitsvariablen, aber es
muss nicht immer der Fall sein.
Beim Training ist Abwechslung Trumpf
Der Mensch ist kein Dauerläufer, sondern ein
Zehnkämpfer!
Sie sind gut beraten, möglichst variabel zu trainieren. Während sich
ein System gerade erholt, kommt überlappend ein anderes an die
Reihe. Ruhetage oder Zwischentage mit sehr leichten
Regenerationstraining bedeuten aktive Erholung und Luxusdurchblutung
ohne Stress.
Zum Beispiel: Jogging und Dauerlauf trainieren andere Systeme als
Tempoläufe und Intervalle. Fettstoffwechsel, Kapillaren und
orthopädische Stabilität werden bei ruhigen Tempo trainiert, Kraft,
Herzgröße, aerober Kohlenhydrat- und anaerober Laktatstoffwechsel bei
höherer Intensität.
Unser Antrieb - der
Energiestoffwechsel
Grundlegende Kenntnis
zum Energiestoffwechsel sind notwendig und helfen beim Verständnis der
Trainings- und Ernährungslehre. Wer schlanker werden möchte, sollte z.B.
wissen, wie sich der Fettstoffwechsel optimal aktivieren lässt.
Wer als Marathonläufer
den Fettstoffwechsel nicht richtig trainiert hat, auf den wartet
jenseits der 30-Kilometer-Marke unweigerlich der so genannte "Mann
mit dem Hammer".
Zusätzliche Reserven für
Ausdauersport
Vorteil unseres Körpers
gegenüber einem Auto: Er hat neben den zwei nur für kurzfristige,
schnellkräftige Leistungen bedeutsame Energiesystem (ATP und
Kreatinphophat) zwei weitere Sprittanks für Ausdauersport:
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Das Fettdepot, ein
relativ leichter, aber riesiger Energiespeicher, der für wenigstens
20 Marathons ausreichen würde |
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Die Kohlenhydrate,
deren Vorräte in so genannten Glykogendepots in Leber und Muskulatur
nur begrenzt gespeichert sind und schnelle Energie liefern |
So unterschiedlich wie
Diesel und Super
Ein Marathonläufer könnte
mit Glykogen allein nur 90 Minuten laufen. Fette werden, da ausreichend
vorhanden, wie Diesel als Dauerbrennstoff bei geringen bis mittleren
Intensitäten eingesetzt. Glykogen hingegen ist Superkraftstoff, der fürs
Gasgeben, also mittlere bis hohe Intensität, reserviert bleibt.
Marathonläufer müssen daher also neben einem großen Glykogentank auch
über einen gut trainierten Fettstoffwechsel verfügen. Pro eingesetzter
Sauerstoffmenge liefern Kohlenhydrate aber mehr Energie als Fette, ein
Grund, warum der Körper, wenn die Atmung an ihre Grenzen stößt, vermehrt
Kohlenhydrate einsetzt. Aus Protein wird überwiegend Körpersubstanz
aufgebaut. Auf einem Nebenweg kann allerdings, wenn die Kohlenhydrate zu
Ende gehen, aus Proteinen auch Glukose, die Gehirnnahrung,
erzeugt werden (Glukoneogenese).
Der Fettstoffwechsel
mobilisiert Reserven
Der Fettabbau (Lipolyse)
erfolgt durch Aufspaltung in Glyzerin und Fettsäuren, die mit Sauerstoff
(=aerob) in den Kraftwerken der Zellen (Mitochondrien) zur
Energiegewinnung oxidiert werden (Beta-Oxidation). Körpereigenes
Karnitin fördert die Einschleusung der Fettsäuren in die Mitochondrien.
Bei mehrstündigen gleich bleibender Belastung kann der Energiebedarf zu
90 Prozent aus dem Fettabbau gedeckt werden. Dies zeigt, wie wichtig
ruhige Dauerläufe (Fettstoffwechseltraining) sind.

Bei einer starken
muskulären Übersäuerung (Blutlaktatwerte über sieben Millimol
pro Liter als biochemische Maßeinheit) wird der Fettabbau gehemmt.
Um abzunehmen, trainieren leider viele Freizeitsportler in dieser
dafür vollkommen unwirksamen Belastung. Bei hoher Intensität
verbraucht man zwar mehr Kalorien, aber die falschen. Es geht nicht
an die Fettpolster, sondern an die Glykogenvorräte, die hinterher
schnell wieder aufgefüllt werden. Wer also Fettabbauen möchte,
sollte lieber langsam und länger trainieren.
Der Kohlenhydrat- und Laktatstoffwechsel
Aus Fetten und Kohlenhydraten wird hauptsächlich mit Sauerstoff
(aerob) Energie gewonnen. Dabei entstehen als Abbauprodukte Kohlendioxid
(CO2) und Stoffwechselwasser. über den anaeroben
Kohlenhydratstoffwechsel (Glykolyse), bei der das Zwischenprodukt
Milchsäure (Laktat) entsteht, kann im Zellplasma auch ohne Sauerstoff
aus Kohlenhydraten noch zusätzlich etwas Energie für einen kurzfristigen
Spurt erzeugt werden. Die hohe Milchsäureanhäufung führt aber nach ein
bis zwei Minuten zum Leistungsabbruch.
Das Training bestimmt die Energiebereitstellung
Die Art und der Anteil der Energiebereitstellung sind weitgehend
intensitätsabhängig und trainierbar.

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