Schleichendes
Übergewicht und seine Folgen
Dass Übergewicht zu den Risikofaktoren für
Bluthochdruck und Herzerkrankungen zählt, ist schon die längste Zeit
bekannt. Weniger jedoch, welchen Einfluss eine mäßige, aber stetige
Gewichtszunahme über einen längeren Zeitraum auf die Entwicklung von
Herzerkrankungen.
Eine 1999 im "European Heart Journal" veröffentlichte Studie
der Universität Göteborg zeigt, dass bereits eine
geringe Gewichtszunahme - nur 4 bis 10 Prozent - vom 20
Lebensjahr bis zu den "mittleren" Jahren das Risiko, eine
Herzinfarkt zu erleiden und an einer Herzerkrankung zu sterben, um das
1,5fache erhöht. 80 Prozent der Studienteilnehmer legten im Lauf der
Zeit im Schnitt etwa zehn Kilogramm zu.
Bei Männern, die im Lauf ihres Lebens mehr als ein Drittel zugenommen
hatten, stieg das Risiko eines tödlichen Herzinfarkts sogar um das
Dreifache an.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation
hat die Adipositas (das Übergewicht) in Europa in den letzten zehn
Jahren um bis zu 40 Prozent zugenommen.
Etwa 40 Prozent aller Adipösen und 25 Prozent der leicht
Übergewichtigen leiden im Vergleich zu 13 Prozent der Normalgewichtigen
an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Übergewichtigen ist der
Bluthochdruck etwa dreimal so häufig anzutreffen wie bei
Normalgewichtigen. Der Anstieg des Bluthochdrucks ist direkt mit der
Gewichtszunahme zu korrelieren. Das übermäßige Übergewicht erhöht das
Risiko nicht nur für den Bluthochdruck und die
koronare Herzkrankheit,
sondern auch für
Zuckerkrankheit, erhöhte Blutfette, Gallensteinleiden,
Atemstillstand beim Schlafen, Krebs sowie Abnutzungserscheinungen der
Gelenke.
Das National Institute
of Health
(Bray, G. A., 1986) hat folgende Tabelle herausgegeben:
Gesundheitliche Risiken von Übergewicht
Die Lebenserwartung ist bei stark Übergewichtigen ebenfalls deutlich
verringert
Warum in aller Welt nehmen wir zu?
Auf diese Frage gibt es eine klare Antwort: Wir werden immer dicker,
weil viele unserer Ernährungsregeln falsch sind. Hinzu kommt das uns
viele der gängigen Empfehlungen verwirren. Darüber sind sich selbst die
Wissenschaftler nicht einig. Diese Widersprüche sind verwirrend für
Leute die klare Richtlinien brauchen.
Wie bereits zuvor ausgeführt, handelt es sich in den meisten Fällen von
Adipositas um ein Phänomen zellulärer Unterversorgung an
Mikronährstoffen! Gepaart mit einem Bewegungsmangel kommt es zu einem
reduzierten Energieverbrauch und zu einer zu hohen Kalorienzufuhr.
Geht man nun bei und führt eine Reduktionsdiät durch (Formula - Diäten,
Nulldiät, Blitzdiät, usw.) so bewirkt man in aller Regel genau das
Gegenteil vom Bezweckten.
Abnehmen in Riesenschritten ist völlig
sinnlos!
Die Botschaft in Printmedien vermittelt, dass Gewichtsreduktion aus
kosmetischen Gründen und in kurzer Zeit erreicht werden kann. Die in der
Gesellschaft vorhandenen, aus gesundheitlicher Sicht problematischen
Schlankheitsnormen werden damit verstärkt. Die im Schnitt versprochene
Gewichtsabnahme liegt mit 2,5 Kilogramm pro Woche beträchtlich über den
Empfehlungen von maximal einem Kilogramm.
Täglich kommen zu den Klassikern der Wunderdiäten und Blitzkuren neue
Abnehmprogramme hinzu. Doch bei fast allen ist große Vorsicht angesagt.
Besonders die Crashdiäten, die
maximalen Gewichtsverlust in kürzester Zeit versprechen, sind in den
meisten Fällen mittelfristig wirkungslos und können sogar akut
gesundheitsgefährdend sein.
Das Gewicht soll langfristig und
langsam reduziert werden. Wichtig ist den Trend nach oben zu stoppen:
Ein oder zwei Kilo mehr Gewicht pro Jahr, sind in zehn Jahren 10 bis 20
KG Übergewicht mehr. Nur ein bis zwei Kilo weniger pro Monat, sind in 6
Monaten sechs bis zwölf und in zwölf Monaten bis zu 24 Kilo weniger.
Wichtig ist das inzwischen Ernährungsgewohnheiten eingeübt werden, die
dies Gewicht dauerhaft sichern.
Nur durch langfristige Normalisierung des Körpergewichts können die
Gefäßschäden gestoppt werden. Wird das geringere Gewicht aber durch
Mangelernährung niedrig gehalten, verkürzt sich die Lebenserwartung
erheblich, wie jüngste Untersuchungen zeigen. In der Regel sterben
solche Abgehungerten fünf Jahre eher, als diejenigen, die mit
ihrem Übergewicht auf unveränderten Niveau weitergelebt haben.
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